fullscreen: Die Deutschen im Auslande

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einem Lande, aber ein wirkliches nationales Gemeinwesen zu 
gründen sind sie unfähig. Sie besitzen nur scheinbar eine 
Heimath; der natürliche Gegensatz, in welchem sie zu der land- 
bebauenden einheimischen Bevölkerung stehen, lockert die losen 
Bande, die sie an ihren zeitweiligen Wohnsitz fesseln, nur noch 
mehr. Es ist klar. daß Ackerbaukolonien niemals da sich zu 
neuen nationalen Staatsgebilden fortzuentwickeln im Stande 
sind, wo die Kolonisten inmitten einer intelligenten, Industrie 
und Ackerbau treibende« Bevölkerung die verschwindende Min- 
derheit bilden. Es ist ferner offenbar, daß Ackerbaukolonien 
nur gedeihen können, wenn Klima und Bodenbeschaffenheit der 
neuen Heimath dem Kolonisten eine dauernde Niederlassung et* 
möglichen, seiner körperlichen und geistigen Gesundheit keinen 
Eintrag thun und dem Heranwachsen einer Nachkommenschaft 
von gleicher Kraft nnd Frische nicht hinderlich sind. 
Jede Ackerbaukolonie, sofern sie Aussicht hat, sich zu einem 
größeren nationalen Gemeinwesen zu entwickeln, bedeutet einen 
Zuwachs der Nation an Macht und Größe. Da die nationale 
Macht mit der nationalen Einheit auf das engste verbunden isi. 
so sind diejenigen Ackerbaukolonieu am werthvollsten für die 
Nation, welche sich dem Organismus des bestehenden nationalen 
Zentralstaates am leichtesten einfügen, nämlich die in nächster 
Nähe der Grenzen dieses Staates gelegenen Kolonien. Auch in 
Bezug auf Ackerbaukolonien, welche durch weite Entfernungen, 
durch Meere von dem Zemralstaat getrennt sind, erscheint es 
wünschenswerth, daß sie durch staatsrechtliche Bande mit ihm 
verbunden bleiben, sowohl im Interesse der Kolonisten als auch 
in dem der Zurückgebliebenen; jedoch dürfen diese Bande nur 
äußerst lockere fein. Eine Verbindung zwischen einer entfernten 
Ackerbankolonie und dem Zentralstaat in der engen Form, wie
	        
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