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Zu Österreich haben die Kreise Bendzin und Ezenstochau
nie und der Kreis Olkucz nur geringe Beziehungen gehabt. Es
besteht zwar noch ein Einfallstor nach dorthin über Gramm, aber
der Verkehr ist hier immer gleich Null gewesen; allenfalls war ein
Durchgangspersonenoerkehr Wien—-Krakau—Warschau vorhanden.
Einen Kreis, der so von der Natur zum Anschluß an
Deutschland bestimmt ist, in fremde Hände fallen zu lassen, wäre
an sich schon ein schwerer Fehler. Dieser würde um so größer
sein, als er, wie oben gezeigt, die schwersten wirtschaftlichen Ver
luste für die deutsche Volkswirtschaft zur Folge haben müßte.
Sollte es daher nicht möglich sein, die Anglicdcrung Polens
an Österreich überhaupt zu verhindern, so muß jedenfalls, wie
immer wieder hervorgehoben werden mutz, der Kreis Vendzin
unbedingt in deutschen Händen bleiben. —
Das Ergebnis der vorstehenden Untersuchung fassen wir in
folgende kurze Leitsätze zusammen:
1. Polen ist ein außerordentlich reiches Land, bei dem
alle Grundbedingungen für eine gesunde Fortentwickelung in
allgemeinkultureller, landwirtschaftlicher und industrieller Hin
sicht gegeben sind. Sein bisheriges Zuriickblciben beruhte aus
seiner Zugehörigkeit zu Rußland. Aus strategischen und wirt
schaftlichen Gründen darf Polen weiterhin nicht mehr bei Ruß
land verbleiben.
2. Bei der Lostrennung Polens von Rußland muß da
für gesorgt werden, daß das Land für die deutsche Volkswirt
schaft nutzbar gemacht wird. Die kulturelle Hebung und die
Erzeugung von Rohstoffen in Polen ist nach Möglichkeit zu
fördern, und die Ausfuhr nach Deutschland zu erleichtern.
Ebenso ist die Möglichkeit zu schaffen, daß die deutschen Fertig
waren ungehinderten Absatz in Polen genießen. Ferner muß
dem deutschen .Kapital und der deutschen Intelligenz die Mög-
lichkeit geboten werden, sich nutzbringend in Polen zu betätigen.
3. Zur Erreichung dieser Ziele ist es, um den aus
nationalen wie wirtschaftlichen Gründen notwendigen Schutz
gegen die polnische Agitation zu erlangen, zunächst nötig,
längs der deutschen Grenze einen rein deutsch zu besiedelnden
Schutzstreifen zu schaffen. Bezüglich des verbleibenden Haupt
teils des polnischen Gebietes erscheint es
4. am zweckmäßigsten, aus Polen einen von Deutsch
land abhängigen Schutzstaat nach Art der alten r ö in i s ch e n
P r o v i n z c n zu machen. Polen würde alsdann in weit
gehendem Maße Selbstverwaltung genießen. Jedoch wären
die sämtlichen Verkehrsmittel (Eisenbahnen, Wasserstraßen)
in den Besitz des deutschen Reiches zu übertragen oder seinem