Full text: Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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i8gg und dann von igoi an wird dieser wieder überschritten. 
Selbst der Höhepunkt des Jahres 1907 weist gegen 1873 nur 
eine Steigerung von 1: 1,8 auf — ein Verhältnis, das ziemlich erheb 
lich hinter dem Durchschnitt der Steigerung der Gesamteinfuhr 
zurückbleibt. Es ist also ein relativer Rückgang zu konstatieren. 
Die »Einfuhr von Nordamerika« begreift bis auf einen 
verschwindend geringen Rest diejenige aus den Vereinigten 
Staaten in sich. Sie ist es, die dem Überseehandel Bremens, ja 
der ganzen Stadt das besondere Gepräge gibt. Mehr als der 
dritte Teil der gesamten Einfuhr, mehr als die Hälfte der außer 
deutschen Einfuhr kommt von dort. Nicht nur absolut, sondern 
auch relativ sind die Handelsbeziehungen Bremens mit der Union 
immer wichtiger geworden. Von ungefähr 1 / i in den Anfangs 
jahren der Tabelle stieg der Anteil an der Gesamteinfuhr auf 
jetzt fast 2 / s . Bis 1908 überstieg sie sogar die aus Deutschland selbst, 
und man empfindet, daß das Scherzwort, Bremen sei eine Vor 
stadt New-York’s, nicht der Berechtigung ermangelt. Die Ein 
fuhrkurve weist eine ruhige, gleichmäßige Führung auf. Daß 
1908 trotz des Konjunkturrückganges und der starken Stockun 
gen im Handelsverkehr gegen das Vorjahr sogar noch eine Steigerung 
aufweist, ist ausschließlich auf das Konto der großen Preissteige 
rung von Baumwolle zu schreiben und umgekehrt der Abschlag 
des letzten Jahres auf eine ziemlich erhebliche Baumwollminder- 
einfuhr. Im ganzen eine hocherfreuiiche Entwicklung — leider 
gefährlich dadurch, daß bei den tausendfältigen regen Wechsel 
beziehungen die konvulsivischen Zuckungen im Wirtschaftskörper 
eines Riesenreiches unmittelbar auf ein kleines Gemeinwesen 
übertragen werden. 
Als minder günstig ist die Entwicklung des mittel- 
amerikanisch-westindischen Einfuhrhandels anzusprechen. 
Relativ ist die Einfuhr von 4,2% des Gesamtwertes i. J. 1873 auf 
jetzt i°/ 0 gesunken. Auch absolut bedeutet das Jahr 1873 den 
Höhepunkt, denn die damalige Einfuhr übersteigt den Jahres 
durchschnitt des letzten Jahrzehnts um 1 / 3 ! Das ist eine überaus 
traurige Entwicklung. Man soll sich nicht damit entschuldigen, 
daß man sagt, jene kleinen Raubstaaten und die reiche Insel 
welt gerieten in eine immer größere politische und kommerzielle 
Abhängigkeit von ihrem großen nördlichen Bruder. Dies ist ge 
wiß eine Tatsache, die zu klar ersichtlich ist als daß man sie be 
streiten dürfte. Aber wenn man die Ziffern des Hamburger 
PTandels dagegen hält, kann man sie als Entschuldigung nicht
	        
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