Full text: Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russisch-Polen und dem Deutschen Reiche und die sich daraus für den Friedensschluss ergebenden Folgerungen

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unmittelbaren Einfluß zu unterstellen. Das Gleiche gilt für 
Post, Telegraph und Kabelwesen. Natürlich müßte das Deutsche 
Reich auch die Militärhoheit in Polen besitzen. 
5. Stach Möglichkeit muß dahin gestrebt werden, daß 
Polen nicht Österreich angegliedert wird, da alsdann der 
deutschen Landwirtschaft und Industrie ein sehr wertvolles 
Neuland verloren gehen würde. Außerdem ist zu bezweifeln, 
ob es Österreich gelingen würde, Polen in gleicher Weise fort 
zuentwickeln, >vie dies Deutschland tun würde. 
6. Sollte sich jedoch eine teilweise Angliederung Polens 
an Österreich in irgend welcher Form nicht verhindern lassen, 
so ist jedenfalls mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß 
wenigstens der ganze -Kreis Bcndzin mit einen, weiteren 
Grenzgebiet unter deutsche Herrschaft kommt. Anderenfalls 
würde Österreich infolge der dort vorhandenen Mincralschätze 
in wirtschaftlicher Hinsicht so gestärkt werden, daß es sich in 
weitem Maße von Deutschland wirtschaftlich unabhängig 
machen könnte. Hierdurch würde aber die gesamte deutsche 
Bolkswirtschaft und insbesondere die schon jetzt schwer 
kämpfende oberschlesische Montanindustrie erheblich geschädigt 
werden. 
7. Bei einer Angliederung Polens an Österreich wären 
Kautelen zu schaffen, die dem deutschen Kapital und der 
deutschen Intelligenz die Betätigung in Polen ermöglichen. 
Ferner müßte die deutsche Industrie durch Gewährung von 
Zollvergünstigungen die Möglichkeit eines ungestörten Ab 
satzes ihrer Erzeugnisse in Polen erhalten: schließlich wäre der 
deutschen Industrie auch eine ungestörte Durchfuhr ihrer Er 
zeugnisse durch Polen nach Rußland unbedingt zu gewähr 
leisten. 
Ausgaben und Fragen von schwerwiegenden Folgen sind es, 
die gelöst werden müssen. Falls die vorstehenden Zeilen mit da 
zu beitragen helfen, ist ihr Zweck erfüllt. 
Wir möchten mit den Worten Paul Rvhrbachs schließen, 
die er seinem Buche „Rußland und wir" vorausschickt: 
»Was heute verfehlt, versäumt und verkehrt entschieden 
wird, das werden wir, nicht für Jahre und Jahrzehnte, 
sondern für unsere ganze nationale Zukunft, als hindernde 
Kette am Bein nachzuschleppen haben. Wer dafür die Ver 
antwortung ans sich laden will, dem werden kommende Ge 
schlechter, ja vielleicht schon unsere Kinder, die Schuld daran 
zumessen, daß neue und noch unerhörtere Blutopfer fallen 
müssen, als wir sie diesmal schon gebracht haben, wenn jetzt 
kein Ende mit der Bedrohung Deutschlands und der europäi 
schen Kultur durch das östliche Barbarentum gemacht wird."
	        
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