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Genossenschaften gestärkt und gefestigt, sie finden
einen weg zur Erreichung noch günstigeren gemeinschaftlichen
Einkaufes der Rohstoffe, als dies
in den einzelnen Genossenschaften möglich ist. Die
Rohstoffgenossenschaften der Schneider und Schuhmacher
haben sich bereits zu verbänden organisiert,
die große Erfolge aufzuweisen haben.
Doch nicht nur billigen Kredit und billige Rohstoffe
können die Handwerker durch Anschluß an
Genossenschaften erreichen, auch der gemeinschaftliche
Bezug von Maschinen, die für den Betrieb
des Handwerkers sehr vorteilhaft sind, kann auf
genossenschaftlichem Wege erreicht werden. Zu
diesem Zweck wirkten wir ebenfalls anregend auf
die Handwerker ein und suchten sie von der Nützlichkeit
solcher Einrichtungen zu überzeugen, leider
mit geringem Erfolge. Neuerdings hat sich die
Rheinische Genossenschaft zur Förderung von Handwerk
und Gewerbe gebildet, die die Aufgabe hat,
für die Handwerker die Vermittlung des Ankaufs
von Maschinen und Werkzeugen in die Hand zu
nehmen. An der Genossenschaft ist die Kammer
mit 15 Geschäftsanteilen zu je 200 Mark beteiligt.
Zahl der Genossenschaften.
Jahr
Kredit-Rohstoff-,
Werkzeug- und
produktiv-Genossenschaften
1900
1905
1910
35
47
47
7
25
31
Msschinenoei-mittlung.
wie die Maschine nicht ohne großen Einfluß
geblieben ist auf die Verdrängung des Handwerks,
so hat sie namentlich in der Form der sogenannten
Kleinkraftmaschine auch wieder einer günstigeren
Entwicklung des Handwerks gute Dienste getan.
Freilich soll man weder jene noch diese Wirkung
überschätzen. Immerhin, daran kann man gar
nicht zweifeln, ist die Kleinkraftmaschine in ihren
verschiedenen Formen als Gas-, Benzin-, Elektromotor
ein wichtiges Hülfsmittel des der Zeit angemessen
eingerichteten Handwerksbetriebes; jedoch
nicht schlechthin, sondern nur je nach den besonderen
Umständen. Das lehrt die bisherige Entwicklung.
Als die ersten Kleinkraftmaschinen kamen, sah
man schon im Geiste eine neue goldene Zeit für
das Handwerk anbrechen; man glaubte es wieder
wettbewerbsfähig gegenüber dem Großbetrieb. Ein
allgemeiner Taumel hatte das Handwerk und seine
Freunde ergriffen. Und wie man ehedem die
Maschine als die ärgste Feindin gehaßt hatte, ja
geradezu ihre Benutzung durch den Staat verboten
wissen wollte, — weil sie das Handwerk vernichte —,
so pries man sie jetzt wieder als die Spenderin
neuen Glückes, viele Handwerker legten sich seinerzeit
für ihren Betrieb maschinelle Kraft an, oft
mit großen Mpfern. Aber nur zu groß war in vielen
Fällen die Enttäuschung. Man erfuhr gar bald,
daß die Betriebskosten gerade im Kleinbetrieb
außerordentlich groß sind; daß die Kleinkraftmaschine
weniger leistet als die Maschine des Großbetriebs
und dabei doch im Verhältnis mehr verzehrt
als diese. Dennoch, wenn sie in der richtigen
weise verwendet wird, kann die Maschine sich auch
dem Handwerk als sehr nützlich erweisen; sie hat
sogar die Betriebsformen des Handwerks zum Teil
ganz erheblich zu seinen Gunsten verändert. Ja,
es haben sich durch die Verwendung von Maschinen
in manchen Zweigen des Handwerks Betriebe gebildet,
die von der Fabrik kaum noch verschieden
sind. Das hat infolge der für die Rechtsprechung
oft notwendig gewordenen Unterscheidung des Fabrikbetriebes
vom Handwerksbetrieb zu der Streitfrage
„Fabrik oder Handwerk" geführt, deren Lösung
trotz allen versuchen und Vorschlägen zu einem für
die Beteiligten gedeihlichen Ende noch immer nicht
gelangt ist und das Gewerbe fortwährend in Unruhe
erhält. Überall sehen wir im Handwerk die
Maschine die eigentliche Landarbeit verdrängen
oder wenigstens beträchtlich einschränken und damit
das Handwerk sich der Fabrik nähern. Noch ist
dieser Entwicklungsgang nicht abgeschlossen; aber
er läßt sich doch schon einigermaßen übersehen.
Die Wirkung der Kleinkraftmaschine auf das
Handwerk läßt sich vielleicht in folgender weise kennzeichnen.
wo es sich handelt um die Herstellung
von Markt- und Massengütern, da kann der Handwerksbetrieb
auch mit Hülfe der Maschine nicht mit.
Sein Schicksal bleibt endgültig besiegelt, weil ihm
der Großbetrieb immer überlegen ist, nicht nur
in kaufmännischer, sondern auch in technischer Einsicht.
Anders dagegen ist es z. B. im Nahrungs-