Anmerkungen.
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lich als soziale „Jntegrations" oder Samurlnngsmittel. S. 186f.
unterscheidet er als drei große Systeme sozialer Anschauungen
den Aristokratismus, die Demokratie und den Sozialismus und
bricht eine starke Lanze für das erste. Hier wäre das Wort „Ari-
stagie" ungemein klärend, denn echte Aristokratie ist gar nicht
sozial und das „System des ttbereinanber" und eine „Hierarchie
der Werte" kommt in einem System abgestufter Führerschaften
völlig genügend zur Geltung. Emil Hammacher, Hauptfragen
der modernen Kultur (1914) betont z. B. S. 101, 112 und 126
die Notwendigkeit der Führer; er faßt unsere Kultur wie die
Religion von der mystischen Seite und praktisch ist wenig bei
ihm zu gewinnen, zumal er sehr pessimistisch denkt. Zum
Schluß noch eine Dame: Marie Diers in: Moderne Kultur
ed. Heyck. Bd. II. Sie unterscheidet S. 13f. aristokratische und
subalterne Gesinnung, welchen Gegensatz sie dann durch Begabt
— unbegabt, Künstler und Nichtkünstler ersetzen will. Hier hätte
der Begriff Aristagie besonders klärend wirken können.
J ° Rede an den Verband der Holsteinischen Kriegervereine;
Friedrichsruh, Mai 1894.
" Eine bequeme und klare Übersicht der Möglichkeiten gibt
Franz Sawicki, das Problem der Persönlichkeit und des Über
menschen (1909). Der Verf., katholischer Priester, gibt eine histo
rische Darstellung seit Kant u. erörtert streng objektiv die Per
sönlichkeitsideale der Philosophen und Dichter bis auf unsere Zeit
so knapp und klar, lvie es nirgends zu finden ist. Auch der
systematische Teil ist sehr beachtenswert, dieser natürlich mehr
von des Berf. eigener Persönlichkeit beeinflußt.
18 Der Titel des 1890 erschienenen vielgelesenen Buches von
Langbeh».
w Im Sinne des Bisherigen sagt er (S. VI): „besondere
Persönlichkeiten, in denen das Leben des Volkes bezw. Berufes
und ein erhöhtes Einzelleben mehr oder weniger abgewogen
und eigenartig sich verbinden" und lehnt dann die Begriffe:
Deniagoge, Aristokrat oder Herrenmensch ab; der Führer ist
„der erste unter gleichen".
" Ich würde lieber sagen: „Umsicht" als ein Wort für die
Leistung, populär gesprochen „an alles zu denken", alles umsich
tig vorzubereiten, was zum Erfolg dienen kann.