II. Akratie und Aristagie.
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seinen geistigen Wert, wenn ihm nicht ständig neue
Energien zuströnien. Ohne jede Führung sinkt das
Niveau auf allen Gebieten nur tiefer; eine Aufwärtsbewegung,
eine Entwicklung zum „Tüchtigeren" kann
nur kommen, wenn die Aristoi, die eben schon im Besitz
dieser Tüchtigkeit sind, ihre Kraft wirken lassen und
das Niveau durch ständiges Höherpeitschen oben zu
erhalten suchen.
Im Bereich der Naturwissenschaft ist das selbstverständlich;
ohne das Einwirken neuer Kräfte in bestimmter
Richtung erwartet niemand Änderungen in eineni
bestehenden geschlossenen System. Auf geistigem Gebiet
aber herrscht häufig ein Mystizismus, der Alles
ohne besonderes Zutun vom „Volk" und seiner „Entwicklung"
erhofft. Das Volk ist der große Nährboden,
aus dem die Persönlichkeiten, auch die der Tüchtigsten,
in immer wechselnden Kombinationen keimen; aber
aus sich heraus fördert die Masse als solche niemals
neue Werte zutage. So häufig legen die Aristoi die
Hände in den Schoß, ergehen sich in Klagen und Kritik,
und erhoffen Besserungen von der nebelhaften „Volksseele",
die im geeigneten Moment schon das Geeignete
gebären werde. Die Übertreibungen historischer
Milieutheorien und der Kultus der Statistik fördert
den Irrtum, als walteten auf geistigem Gebiet Tendenzen,
Richtungen, Fortschritte unpersönlich, wie
die Kräfte der Natur. Alle Kraft auf geistigem Gebiet
ist aber an Individuen gebunden und aller Fortschritt
kommt nur durch einzelne, tüchtige — Aristoi. Und
das Gleiche gilt von den Volksindividuen in ihrem
Verhältnis zueinander; auch hier gibt es „beste" Völker,
die als Träger des Kulturfortschritts berufen sind, als