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III. Das Führerproblem.
Führer speziell qualifiziert. Außer indirekt durch Werke,
die ein solcher besonders reicher Mensch schafft, als
Denker, Künstler, Lehrer; allein selbst von Goethe,
dem Typus dieses Allseitigkeitsstrebens, gilt doch sein
eigenes Wort, das er von der Muse sprach: sie könne
das Leben wohl begleiten, aber nicht leiten. Eine
Führernatur im engeren Sinne ist er nicht; auch „Rem-
brandt als Erzieher"" war kein glückliches Symbol.
Nicht Größe der Persönlichkeit, in irgend einem Sinne,
ist erforderlich; sondern das Führerideal ist durchaus
ein relatives: der Führer nruß die Gruppe, die er
führen soll, nur in etwas überragen, ihr überlegen sein
und ihren Willen lenken; und nur wer ein ganzes Volk
oder gar die Menschheit führen will, muß dazu beinahe
ein Übermensch sein. Der Gedanke der Aristagie aber
gilt dem ganzen Leben und dem ganzen Volk in allen
seinen Aufgaben; und wir haben mehr Bedarf nach
Führern im kleinen, als nach Heroen, die doch der
unendlichen Mannigfaltigkeit der Kultur nicht mehr
genügen können. Goethe versagtjedenfalls in der Politik
und Bismarck im Reich der Musen; und wie selten
erscheinen solche Menschen auf Erden wie diese zwei.
Man kann nicht auf solche Ausnahmen warten und wo
man vorgibt, es zu tun, will man nur die immer vor
handenen Aufgaben nicht anfassen und eine Ausrede
dafür haben, kleinere Aristoi nicht anzuerkennen.
In den Begriff des Führers muß etwas gelegt wer
den, was nicht nur dem „Genie", nein, auch dem Ein
fachsten erreichbar ist; denn Führung tut not bis in die
einfachsten Kreise hinein, die das Genie niemals ver
stehen. Das ist auch im Auge zu behalten, wenn man
den allgemeinen Begriff der Persönlichkeit zerlegt und