Full text : Organisation

III.  Das  Führerproblem.

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Partei  bezeichnet.  Sie  unterscheiden  sich  scharf  von  jeder
guten  Organisation,  weil  der  gemeinsame  Zweck,
die  Aufgabe  fehlt,  als  die  man  höchstens  das  Behagen,
den  Geldgewinn  und  den  Ruhm  der  einzelnen  Beteiligten ­
  bezeichnen  kann,  während  jedes  ideale  Ziel,
jede  höhere  Richtung  prinzipiell  fehlt.  Im  Grunde
ist  sv  der  Einzelne  Selbstzweck,  nichts  ihm  Übergeordnetes ­
  und  englische  Nützlichkeitsmoral  das  zugrundeliegende ­
  Prinzip.  Kameraderie,  Cliquenbildung  und
Protektionswirtschaft  sind  die  Mächte,  die  die  charaktervolle ­
  Persönlichkeit  anfressen,  zermürben  und  zerreiben,
bis  sie  eben,  indem  sie  ihr  äußeres  Ziel  erreicht  hat,  das
innere  verfehlt.  Denn  sie  hat  ja  nur  uni  den  Preis  der
Charakterlosigkeit  die  leitende  Stellung  erlangt,  in  der
sie  nun  zu  dem  „führen"  sollte,  was  sie  innerlich  nicht
mehr  besitzt.  Das  ist  eine  schlimme  Antinomie,  vielleicht ­
  die  schlimmste  unserer  Kultur;  alles  brüllt  nach
Charakteren  und  Persönlichkeiten  für  die  verantwortungsvollen ­
  Posten;  aber  wehe  dem,  der  es  wagt,  eine
solche  zu  sein  —  er  wird  in  einer  stillen  Ecke  mit  sich
selbst  allein  enden.
Noch  immer  wird  in  Betrachtungen,  die  solchen
Problemen  gewidmet  sind,  die  Antithese  Individuum
und  Staat  aufgestellt;  Jbsen^hat  sie  z.  B.  dichterisch
in  den  Mittelpunkt  seines  Denkens  gestellt;  und  selbst
ein  sv  feiner  Historiker,  wie  Fr.Meinecke^,  sieht  immer
noch  diese  zwei  Pole  und  Gegensätze.  Aber  es  ist  nicht
der  „Racker  von  Staat",  der  die  Persönlichkeit  zermürbt ­
  und  erschüttert;  frägt  man  irgend  einen  einzelnen ­
  Begabten,  was  ihm  den  Weg  erschwert  oder  verdorben ­
  hat,  immer  ist  es  die  Clique  oder  —  um  ein
deutsches  Wort  zu  finden  —  der  Bund,  der  ihn  gehin-
            
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