Full text: Organisation

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III. Das Führerproblem. 
dort Hai. Ob es sich um Wissenschaft oder Kunst, Tech 
nik oder Geschäft handelt, ganz gleich; auch die Trusts 
gehören hierher und es gibt geistige Trusts genug, die 
nicht einmal einen Namen haben, ganz unfaßbar in, 
Stillen und Dunklen gelten und doch denjenigen ver 
nichten, der sich ihnen nicht beugt oder ihnen nicht 
paßt. Ein Typus ist die Freimaurerei mit ihren Ge 
heimnissen; aber unsere Kultur wimmelt von solchen 
Bünden, die nicht einmal traditionelle Regeln haben 
und doch von größtem Einfluß sind. Was der prakti 
schen Durchführung der Aristagie tatsächlich am stärk 
sten im Wege steht, ist diese Gruppenbildung oder das 
Cliquenunwesen. Seine Hauptleistung ist die Pflege 
der Mittelmäßigkeit, vor allem durch gegenseitige 
Lobesversicherung und praktische Förderung; ein klein 
licher Utilitarismus mit ewigem „Rücksichtnehmen" 
negativ und Sichzuspielen kleiner Vorteile positiv. 
Führer fehlen diesen „Bünden" meist, kein leuchtender 
Name steht an der Spitze; klare Ziele und Programme 
gibt es nicht, und nur eins steht dabei felsenfest: wer 
nicht dazugehört, der darf nicht hochkommen. 
Die politischen Parteien sind dabei noch nicht die 
schlimmsten; sie dulden zwar nur höchst ungern „Wilde" 
in den Volksvertretungen, aber sie haben wenigstens 
gekannte und faßbare Führer und ein Programm. 
Und doch muß auch hier das Prinzip der Aristagie 
auf seinem Recht bestehen; die Tyrannei der Partei 
darf nicht durch die Proportionalwahl verewigt und 
versteift werden; die Möglichkeit muß auch im politi 
schen Leben offen bleiben, daß zu Worte kommt, auch 
wer sich nicht unbedingt dem Parteischema fügt, sonst 
verödet der politische Kampf zu sehr. Ja, es läge sogar
	        
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