JV. Staatliche und private Organisation.
Die Untersuchungen über das Führerproblem kann
man auch als solche bezeichnen, die „den Organisator"
betreffen. Zu einer Organisation, die neu ins Leben
gerufen werden soll, also zum Organisieren, gehört
unbedingt eine Persönlichkeit, die den anderen die
Idee gibt und dem Ganzen ihre Energie suggeriert,
so daß alle dasselbe Ziel ergreifen und wollen. Etwas
anders gestaltet sich das Problem, wenn man nicht an
neue, sondern an bestehende Organisationen denkt, die
nur weiterzuführen sind. Je weiter ein Volk in der
Kultur fortschreitet, desto reicher wird es an solchen
schon funktionierenden Organisationen^ sein und zu
deren Gedeihen ist dann ein Einzelner an der Spitze
nicht mehr so selbstverständlich erforderlich, wie zu den
Neubildungen.
Das tritt uns praktisch entgegen in der Antithese,
die dieser Abschnitt behandeln soll; und zwar steht hier
„staatlich" kurz für die großen Gemeinschaften
überhaupt, also für Gemeinden, Stadt oder Staat,
und bei diesen in Deutschland nochmals Bundesstaat
oder Reich. Welche von diesen Volkskörpern eine
Organisation übernehmen soll, kann und soll hier nicht
erörtert werden; das kann nicht theoretisch in Kürze
behandelt, sondern muß von historischer Entwicklung
». d. Psordten, Organisation. q