Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Britisch-Indien.  Inlandsrohstoffe.

Baumwolle  gegen  die  amerikanische  zurück,  was  sich  am  genauesten  in  der
Preisdifferenz  ausdrückt.  Der  Tonnenwert  ist  in  Indien  1028  Mark  gegen
1214  Mark  in  Nordamerika.
Wolle.  Die  Menge  der  im  Inlande  gewonnenen  Wolle  läßt  sich  sehr
schwer  bestimmen.  Nur  die  Unterlagen  liegen  vor,  daß  die  Zahl  der  Schafe
im  Jahre  1913  23  Millionen  und  die  Ausfuhr  an  roher  Wolle  im  Jahre  1912/13
24  202  t  betrug.  Im  tropischen  Indien  liefert  das  Schaf  eine  niedrige  Menge
Wolle,  welche  auch  in  Qualität  nicht  besonders  günstig  ist.  Die  gewonnene
Menge  ist  insgesamt  mit  höchstens  40  000  t  anzunehmen,  von  welcher  der  größte
Teil  ausgeführt  und  nur  ein  kleiner  Teil  im  Inlande  verarbeitet  wird.
Seide.  Die  Seidenraupenzucht,  die  schon  seit  Jahren  besteht,  beginnt  in
letzter  Zeit  sich  stärker  zu  entwickeln,  und  zwar  widmet  die  dortige  Heilsarmee
dieser  Aufgabe  größere  Anstrengungen,  weil  sie  sich  durch  Einfuhr  dieses
Gewerbszweiges  für  die  ärmere  Bevölkerung  Vorteile  verspricht.  Sie  hofft  mit
der  Zeit  eine  ähnlich  große  Kokonsgewinnung  zu  erreichen,  wie  sie  in  China
und  Japan  vorhanden  ist.
Die  in  Britisch-Indien  im  Jahre  1912/13  gewonnene  Rohseide  kann  auf
200  t  geschätzt  werden.  Die  Zahl  der  Seidenspinnereien  ist  durch  die  Konkurrenz ­
  Japans  in  steter  Abnahme  begriffen.  Im  Jahre  1903  waren  64  Spinnereien ­
  mit  10326  Arbeitern  und  im  Jahre  1910  nur  noch  29  Spinnereien  mit
3533  Arbeitern  tätig.
Der  Hauptsitz  der  indischen  Seidengewinnung,  und  zwar  sowohl  der  echten
wie  der  wilden  Seide,  ist  Bengalen  und  seine  Nachbargebiete.  Der  wichtigste
Absatzmarkt  l'st  die  benachbarte  Provinz  Birma.  Der  Wert  der  hauptsächlich
nach  Frankreich  und  England  ausgeführten  Rohseide  betrug  1912/13  5,7  Mill.
Mark,  und  zwar  einschließlich  der  Abfallseide  und  wilden  Seide.  Die  Hauptausfuhrplätze ­
  sind  Calcutta  für  die  Bengalseide,  Karachi  für  die  Kaschmirseide
und  die  Madrashäfen  für  die  Seide  aus  Mysore  und  dem  Nilgiris.
Jute.  Indien  ist  das  Plauptland  der  Jutegewinnung.  Es  versorgt  alle
Länder  mit  dieser  stark  verwendeten  Faser.  Geringe  Mengen  werden  in  den

letzten  Jahren  auch  in  China  gewonnen  und  ausgeführt.
Der  Ernteertrag  im  Jahre  1903/04  betrug  1312069  t
*  „  1912/13  -  1  725  3501
Die  Erhöhung  in  den  letzten  10  Jahren  betrug  daher  31,5  Proz.
Der  Ernteertrag  im  Jahre  1913/14  wird  geschätzt  auf  1  778840  t
Die  Ausfuhr  an  Rohjute  betrug  in  den  Jahren  1900/1904  jährlich  im  Durchschnitt  .  .  645  000  t
„  „  „  „  „  »  1912/1913  „  „  „  .  .  889000  t

Annähernd  die  Hälfte  der  gewonnenen  Jute  wird  mithin  ausgeführt  und
die  andere  Hälfte  wird  im  Inlande  verarbeitet.  Über  die  Preisbewegung  wurde
bereits  auf  S.  22  berichtet.  .
            
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