Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

136

Zweitem  tentheorie.

mögensbestände  gleich“  (Hügli,  S.80).  Diese  „Begründung“  ist
unverständlich  und  unzutreffend.
Das  anfängliche  Reinvermögen  und  der  Reingewinn  sind  im
Sinne  der  Zweikontentheorie  positiv,  der  Verlust  und  das  schließliche
  Reinvermögen  negativ.  Das  anfängliche  Kapital,  hier  Reinvermögen ­
  genannt,  wird  als  eine  quasi-Schuld  angesehen.  „Der
Prinzipal  hat  den  Betrag  sozusagen  vom  Geschäft  zu  fordern,
dieses  ist  sozusagen  schuldig;  sozusagen,  weil  keine  Schuld  im
juristischen  Sinne  vorliegt.“
Die  Trennung  zwischen  reinen  Bestands-,  reinen  Erfolgsund ­
  gemischten  Konten  bringt  „die  Verschiedenheit  der  Konten
in  Beziehung  auf  die  Bedeutung  ihrer  Saldobeträge u  (Gotfschalk,
a.  a.  0.  S.  150)  zum  Ausdruck.  Reine  Bestands-Konten  geben
einen  Saldo,  der  den  Wert  des  Vorrates  oder  Bestandes  ausdrückt.
Die  reinen  Erfolgs-Konten  drücken  in  ihrem  Sollsaldo  Verlust,
in  ihrem  Habensaldo  Gewinn  aus.  Die  gemischten  Konten  geben
zwei  Saldobeträge,  wovon  der  eine  den  Wert  des  Bestandes  oder
Vorrates  und  der  andere  Verlust  oder  Gewinn  ausdrückt  (nach
Gottschalk,  S.  150/151).  Vgl.  auch  S.  119  f.
Die  Zweikontentheorie  geht  von  der  Gleichung  aus:
SA  =  SP  -f-  K 0  [Aktiva  =  Schulden  +  Kapital],  K 0  ist  eine
Plus-Größe  (vgl.  S.  21,  unten).
Die  Geschäftstheorie  geht  aus  von  der  Gleichung:
SA  —  [SP  +  A 0 ]  =  O,  K 0  ist  eine  negative  Größe.
Die  Anhänger  der  Zweikontenreihentheorie  erklären,  daß  die
beiden  Reihen  in  ihren  Ergebnissen  voneinander  unabhängig  sind,
nebeneinander  bestehen.  Das  Ausgangsbilanz-Konto  schließt  die
Bestands-Konten  ab,  sammelt  deren  Ergebnisse,  das  Gewinnend ­
  Verlust-Konto  bringt  die  Erfolgs-Konten  zum  Abschluß.  Die
Verbindung  der  beiden  Reihen  erfolgt  durch  Übertrag  des  Kapitals
von  Bilanz  auf  Kapital-Konto  Soll,  in  anderen  Fällen  durch
Übertrag  des  Reingewinnes  auf  Bilanz-Konto  (z.  B.  bei  Aktiengesellschaften), ­
  Überträge,  für  welche  diese  Kontentheorie  keine
genügende  Erklärung  gibt.  Denn  der  positive  Uberschuß  des
Bilanz-Kontos  (Sollsaldo  =  Endkapital)  wird  auf  die  negative
Seite  (Soll)  des  Kapital-Kontos  übertragen,  im  andern  Fall  der
positive  Überschuß  (Habensaldo)  des  Gewinn-  und  Verlust-Kontos
  auf  die  negative  Seite  des  Bilanz-Kontos!  Richtig  wäre
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.