Full text: Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

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Der Warenhandel. 
1. Kaufhandel [Zwischen- oder Kaufmannshandel, im 
Sprachgebrauch der Nationalökonomie des 18. Jahrhunderts 
Ökonomiehandel]; unter diesem „Handel“ im eigentlichen und 
engeren Sinne versteht man den gewerbsmäßig betriebenen 
Tauschverkehr, die selbständige, berufsmäßige Tausch Vermitt 
lung, d. h. Anschaffung (Sammlung) von Waren für den Wieder 
verkauf (die Verteilung) in wesentlich unveränderter Gestalt zum 
Zweck eines regelmäßigen Einkommenerwerbs (§ 1 Ziff. 1 HGB.). 
2. Produzentenhandel, der Handel der Urproduktion, Fabrik 
handel oder Handwerkerhandel sein kann. Er ist ein unselb 
ständiger Handel in Verbindung mit der Erzeugung von Gütern, 
Absatz der selbsterzeugten Güter durch deren Produzenten ohne 
Vermittlung von Berufshändlern Die Unternehmerarbeit des 
Händlers wird durch Lohnarbeit von Absatzvermittlern ersetzt. 
3. Der Konsumentenhandel. eine vom Verbrauch ausgehende 
Organisation der unmittelbaren Bedarfsdeckung, gemeinschaft 
lich, genossenschaftlich organisierte Anschaffung von Gütern be 
hufs Verteilung (z. B. Einkaufsgenossenschaften zu Produktions 
und Konsumtionszwecken, Produktivgenossenschaften). 
Nur vom Kaufhandel wird hier gesprochen x ). Der Absatz 
der Waren erfolgt durch Unternehmertätigkeit des Geschäfts 
inhabers oder durch Unternehmer- oder Lohnarbeit von Absatz 
vermittlern (Kommissionäre, Provisions- und Handlungsreisende, 
Agenten, Ladenverkäufer). 
Der Händler kauft und verkauft Waren für eigene Rechnung 
(Eigenhändler, § 1, Ziffer 1, HGB.), für fremde Rechnung (Kom 
missionshandel, §§ 383 ff. HGB.) oder für gemeinschaftliche Rech 
nung (Gemeinschaftshandel, §§ 705 f. BGB.). 
I. Warenhandel für eigene Rechnung. 
Die wirtschaftliche Eigenart des Zwischenhandels kommt 
in der Verrechnung der Anschaffungskosten der Waren und der 
Kosten der Weiterveräußerung, d. i. der Absatz-Organisation, 
zum Ausdruck. 
l ) Literatur: Ziegler, Lehrbuch, III. Teil, S. 1—49. Schiebe-Odermann, 
a.a. O. Biedermann, Der Überseehandel, Berlin 1906, S. 105—208. Vgl. 
auch Wagner, Über die Organisation der Warenhäuser, Kaufhäuser und der 
großen Spezialgeschäfte; Leipzig 1911. Hirsch, Organisation und Formen 
des Handels. Tübingen 1918 (Grundriß der Sozialökonomik).
	        
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