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Der Krieg begann. Üuch unsere beiden Löhne zogen willig und
freudig in den Krieg. Die Lache der geistigen Rührer, der soge
nannten Intellektuellen, war es, den Mut zu starken und für das
gute Kecht Deutschlands einzutreten. Wir wissen, wie viel Ltaub
die bekannte Üdresse aufgewirbelt hat; sie war in der Dorm wenig
glücklich, sie war viel zu dogmatisch und summarisch gehalten.
Über sie hatte im Kern für jeden Unbefangenen ein gutes Necht:
war der Krieg von den gegnern ausgegangen — und darüber liest
schon das Verhalten Kustlands nicht den mindesten Zweifel —, so
befand sich Deutschland gegenüber der weit überlegenen Macht der
gegner im Ltande der Notwehr; mag der Begriff der Notwehr
schon im privaten Leben und mehr noch im Völkerleben voller
Probleme sein: darüber kann kein Zweifel bestehen, dast Lelbsi-
verteidigung und Notwehr grundverschieden von einer blosten Lr-
oberungslust sind.
Wie immer es aber mit dieser Drage stehen mag, die Pflicht
der Intellektuellen war es, die weiteren Kreise des Volkes ermutigend
zu stärken und zu beleben. Lo habe auch ich es vornehmlich in den
ersten Monaten, dann aber durch das ganze Jahr hindurch getan;
im ersten Kriegsjahre habe ich etwa 36 Vorträge an verschiedenen
Orten gehalten'^; es galt dabei die Bedeutung des deutschen
Wesens zu zeigen, bestehende gefahren aufzudecken, ungezügelte
Ltimmungen wie wilden Hast einzudämmen. Bei diesen Keden
habe ich manche unvergestliche Lindrücke empfangen, es gab
anfänglich keinen Unterschied der Parteien, es galt die Lelbst-
erhalkung des ganzen Volkes. Ich erinnere mich besonders eines
Vortrages im grosten Kathaussäal von Nürnberg; ich hatte
dort vor mehreren Dausenden zu sprechen; da aber auch eine
weitere Zahl keinen Platz fand, so habe ich nach einer kurzen
pause eine ähnliche Nede gehalten, die sich bis gegen Mitternacht
ausdehnte.
Nun kamen die grosten Liege, zunächst in Flandern und bei
Dannenberg. Die dadurch gehobene Ltimmung erhielt aber bald
einen unliebsamen Dämpfer durch den Kückzug an der Marne;
er bedeutete einen Lchicksalstag, einen die8 ater, für das deutsche Volk.
Im gründe war der ganze Krieg schon damals entschieden, denn ge
lang es nicht, rasch bis nach Paris vorzudringen, so konnten wir auf
die Dauer dem ungeheuren Druck der gegner nicht standhalten. Ich
dachte oft an ein Wort, dast mir ein amerikanischer geschäftsmann
sagte: „Wir ümerikaner pflegen, wenn eine Lache nicht gut geht,
* lluch in Pest habe ich 1915 einen schönen, von allgemeiner Begeisterung ge
tragenen llbend erlebt; die ersten Staatsmänner des Landes nahmen an einer
mir gegebenen Festtafel teil.