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zu untersuchen, ob nicht bedenkliche SubjeFte sich dort versteckten.
Lchliestlich wurde diese Polizeitätigkeit der Ltudenten freilich zu
bunt und ausgelassen, so dast der damalige Prorektor sein tiefes
Bedauern darüber aussprach, dast die akademische Jugend so wenig
3inn für die Not des Vaterlandes habe; damit fand unsere obrig-
keitliche Tätigkeit ein rasches Lnde. Die Jugend vermag eben mit
grostem Trust der gesinnung eine Lust an kecken Htreichen unmittel
bar zu verbinden. Nach wenigen Tagen kamen die preusten.
Inzwischen war die graste Wendung erfolgt, welche auf lange
Zeit das. öchicksal Deutschlands entschieden hat: die zur Bismarck-
fchen Politik. Diese Wendung spaltete auch die geister der Jugend.
Die zungen Leute waren vor zenem Krieg zum gröstten Teil ent
schieden liberal, za oft radikal gesinnt, aber sie waren zugleich
durchaus national; wir hofften auf ein einiges Deutschland, das
mit der nationalen Wacht zugleich die politische Freiheit und die
volle Lntwicklung aller Kräfte bringen sollte. Die wirtschaftlichen
Tragen beschäftigten uns nur nebenbei; die gewaltige Ausdehnung
der modernen Industrie und Technik war damals erst im Werden;
was daraus an Verwicklungen entstehen mustte, das konnten wir
in keiner Weife übersehen. Vuch von Weltpolitik war damals
wenig die Kede; das einige Deutschland, so hoffte man, würde
alles in beste Ordnung bringen. Zugleich fühlte die akademische
Iugend sich besonders berufen, den grosten Üufstieg zu führen.
Zweifellos war dabei mancher Überschwang, auch viel Unreife des
Urteils; aber für die gesinnung war es ein Vorteil, dast man die
Vufgabe als eine eigene ergriff und sich verpflichtet fühlte, alle
Kraft dafür einzusetzen.
Die Bismarcksche Politik dagegen stellte die Lage unter einen
völlig neuen Ünblick. Hatten wir bis dahin die Linigung Deutsch
lands vom gemeinsamen Willen des ganzen Volkes erwartet, so
wurde uns nun zene Leistung von oben her entgegengebracht. Die
einzelnen hatten kaum etwas Tigenes zu tun, sondern nur sich
willfährig der gebotenen gestaltung einzufügen. Die überwiegende
Mehrzahl folgte dieser Kichtung; es wirkte wohltuend und befesti
gend, dast sich aus dem wirren getriebe Ser Parteien und der
sich gegenseitig widersprechenden Programme eine feste Hand her
vorhob und ein deutliches Ziel vorhielt. Qndere aber konnten bei
aller Qnerkennung der überlegenen graste des Mannes die Tat
sache nicht vollauf verwinden, dast zene Wendung ohne alle öelbst-
tätigkeit des Volkes erfolgte, und dast sie zugleich in die Bahnen
eines ausgesprochenen Kealismus geriet. Diesen Männern erschien
die Wendung als zu äusterlich, als zu einseitig militärisch und wirt
schaftlich. lluch ich selbst konnte bei aller Qnerkennung und Be
wunderung der genialen politischen und diplomatischen Leistungen