Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

reihen  stattfinden,  in  denen  neben  Universitätslehrern  erfahrene  Praktiker
über  Fragen  des  Kredit-,  Bank-  und  Börsenwesens  vor  einem  großen  Kreis
von  Bankpraktikern  und  Studierenden  sprechen.  —
Die  bankwissenschaftliche  Vereinigung,  an  der  alle  Zweige  des  deutschen
Kreditwesens  beteiligt  sind,  ist  das  im  Herbst  1935  in  Berlin  gegründete
Deutsche  Institut  für  Bank  Wissenschaft  und  Bankwesen, ­
  das  sich  die  Förderung  bankwissenschaftlicher  Forschungen  und
Publikationen  zur  Aufgabe  gestellt  hat.  Begründer  und  Präsident  ist  der
Leiter  der  Reichsgruppe  Banken,  Dr.  O.  Chr.  Fischer.
II.  Arten  der  Banken
1.  Einteilung  in  technischer  Begehung,  nach  dem  Erwerbsrweck  usw.
Die  wesentlichste  Aufgabe  der  Banken  ist  der  Handel  mit  Geldkapital
(Ansammlung  von  Leihkapitalien  und  deren  Wiederausleihung).  Demnach
lassen  sich  die  Geschäfte  der  Banken  einteilen:  in  Geschäfte,  bei  denen  die
Bank  Kredit  nimmt,  Schuldnerin  wird  (P  as  s  iv  g  e  s  ch  ä  f  t  e),  und  in
Geschäfte,  bei  denen  die  Bank  Kredit  gibt,  Gläubigerin  wird  (Aktivgeschäfte).
  Geschäfte,  bei  denen  es  sich  weder  um  ein  Kreditnehmen,
noch  um  ein  Kreditgewähren  handelt,  werden  indifferente  oder
Dienstleistungs-Geschäfte  genannt*).
Die  Banken  machen  also  die  fremden  Gelder  nutzbar,  entweder  für
Kreditzwecke;  sie  schaffen  einen  Ausgleich  zwischen  Angebot  und  Nachfrage ­
  auf  dem  Kapitalmarkt,  oder  für  Zahlungszwecke:  die  Guthaben ­
  bilden  die  Grundlage  des  bargeldlosen  Zahlungsverkehrs.
Hauptaufgabe  einer  jeden  Bank  muß  es  sein,  darauf  zu  achten,  daß
ihre  Aktiv-  und  Passivgeschäfte  im  richtigen  Verhältnis  zueinander  stehen,
daß  die  Anlage  dem  Charakter  der  Einlage  entspricht.  Das  ist  die  „goldene
Bankregel".  Adolph  Wagner  formuliert:  „Eine  Bank  darf  im  wesentlichen ­
  nur  ähnlichen  Kredit  geben,  wie  sie  nimmt."  H  an  k  ey,  ein  Direktor
der  Bank  von  England,  prägte  das  Wort:  „Ein  Bankleiter  muß  einen
Wechsel  von  einer  Hypothek  unterscheiden  können."  Nicht  selten  verwandelt
sich  nun  ein  scheinbar  guter  Wechsel  in  eine  Hypothek,  und  aus  einem  kurzfristigen
  Betriebskredit  wird  ein  langfristiger  Anlagekredit.  Je  nach  der
Z  In  meinem  „Bankgeschäft"  habe  ich  folgendermaßen  gegliedert:  Zahln ­
  n  g  s  v  e  r  m  i  t  t  l  u  n  g,  Kreditgewährung  und  Kapitalverwaltung.
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