Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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mögens erfolgte durch Bildung von Geschäftsanteilen; das Geldgeschäft wnrde 
vom Warengeschäft getrennt. — Die in dem andern großen Zentralverband, 
dem Generalverband der Deutschen Raiffeisen-Genossenschaften sdem Raiffeisen- 
Verband), organisierten ländlichen Spar- und Darlehnskassen stützen sich znm 
großen Teil noch heute auf die alten Grundsätze. 
Mangels eines ausreichenden eigenen Kapitals waren die Raiffeisen-Kassen 
von vornherein genötigt, sich an Z e n t r a l k a s s e n anzulehnen. Die von ihnen 
gegründete Landwirtschaftliche Zentral-Darlehnskasse, die 
1923 ihren Namen in Raiffeisenbank A.»G. x ) umwandelte, ist für die 
Genossenschaften des Generalverbandes der Deutschen Raiffeisen-Genossenschaften 
die wichtigste Wirtschaftszentrale gewesen. Sie sollte Geldausgleichsstelle sein 
und zugleich den Anschluß an den allgemeinen Geldmarkt bilden. 
Infolge der großen Verluste, die sie erlitten haben, traten die Deutsche 
Raiffeisenbank und die Genossenschaftliche Centralkasse 
des Reichs-Landbundes im Jahr 1929 in Liquidation. Der neue Ein 
heitsverband trägt den Namen „Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen 
Genossenschaften-Raiffeisen". Gleichzeitig wurde der genossenschaftliche Geldver 
kehr auch im Bereiche der Raiffeisen-Organisation dezentralisiert durch 
Überleitung des bisherigen Kreditgeschäfts der Deutschen Raiffeisenbank auf ihre 
Filialen, die sich zu neuen Verbandskassen umbildeten oder in bereits vor 
handene Verbandskassen aufgingen. 
Es gibt in Deutschland rund 20 300 Kreditgenossenschaften. Davon haben 
etwa 18 200 vorzugsweise ländliche Kundschaft; es sind dies die Spar- und 
Darlehenskassen, die im „Reichsverband bet deutschen landwirtschaftlichen Ge 
nossenschaften — Raiffeisen" zusammengeschlossen sind. Von den 1500 städti 
schen Kreditgenossenschaften gehören etwa 1300 zum Deutschen Genossenschafts 
verband, während sich der Rest auf Beamtenbanken, Hausbesitzer-Kreditgenossen- 
schäften und dgl. verteilt. 
Die Zahl der Mitglieder der ländlichen Kreditgenossenschaften betrug 1936 
1,98 Millionen, die der städtischen 1,16 Millionen, der Umsatz auf einer Seite 
des Hauptbuches bei den ländlichen Kreditgenossenschaften 15,6 Milliarden RM, 
bei den städtischen dagegen 32,3 Milliarden RM. Bei den ländlichen Kredit 
genossenschaften standen Anfang 1936 1,8 Milliarden RM, bei den städtischen 
Kreditgenossenschaften 1,4 Milliarden RM Kredite aus. 
Anhang: Die Sparkassen 2 ) 
Sind die Kreditgenossenschaften echte Banken, „die nächsten Verwandten 
der Kreditbank" sv. Schulze-Gaevernitz), so sind die Sp arka ssen in ihrer 
1) Ihre Entwicklung ist dargestellt in der im Jahre 1927 erschienenen Denk 
schrift: 50 Jahre Raiffeisen, 1877—1927. 
2 ) Schrifttum: H. Dassel, Sparkaffenrecht und Sparkassenwirtschast.
	        
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