Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

der  L-Bank  in  Dresden  ein  Konto.  X  gab  seiner  Depositenkasse  F  den  Auftrag, ­
  500  M  auf  das  Bankkonto  des  Y  zu  überweisen.  Da  eine  Depositenkasse ­
  einer  Bank  kein  Girokonto  bei  der  Reichsbank  unterhält,  gab  sie  den
Auftrag  schriftlich  an  ihre  Hauptbank.  Das  Korrespondenzbüro  erteilte

mittels  Scheck  der  Hauptkasse  den  Auftrag,  „500  M  durch  Reichsbank-Giro

an  die  L-Bank  in  Dresden,  zugunsten  deren  Depositenkasse  6,  für  Rechnung ­
  des  X,  zu  Lasten  unserer  Depositenkasse  F  zu  überweisen".  Der

Kassenbeamte  gab  den  Auftrag  auf  rotem  Formular  an  die  Reichsbank;

vorher  erfolgte  aber  noch  Kontrolle,  ob  der  Auftrag  richtig  ausgeschrieben
und  der  Korrespondenzscheck  mit  dem  Zeichen  des  Abteilungsleiters  versehen ­
  war.  Der  Kassenbeamte,  der  den  Auftrag  weitergab,  schrieb  eine  Belastungsaufgabe
  aus,  die  in  der  Kasse  und  Prima-Rota  gebucht  wurde.  Der
Korrespondent  erteilte  der  Depositenkasse  F  Belastungsausgabe,  der  Kontrolleur ­
  prüfte  die  Richtigkeit.  Die  Reichsbank  gab  diesen  Auftrag  weiter
an  die  Reichsbankhauptstelle  Dresden  —  und  etwa  ebensoviel  Manipulationen ­
  wie  bei  der  ^.-Bank  in  Berlin  waren  bei  der  L-Bank  in  Dresden,
die  von  der  Überweisung  schriftlich  durch  die  Depositenkasse  F  in  Berlin
benachrichtigt  ist,  erforderlich.  Welche  Arbeit  dadurch  entstand,  selbst  unter
Berücksichtigung,  daß  täglich  eine  große  Zahl  Überweisungen  auf  gleiche
Plätze  erfolgten,  ist  ersichtlich.
Durch  Mechanisierung  des  Bankbetriebes  Z  ist  es  möglich, ­
  eine  Anzahl  dieser  Tätigkeiten  in  einem  einzigen  Arbeitsgange
zu  erledigen  und  dadurch  viel  Zeit  (auch  durch  Wegfall  zahlreicher  Kontrollen!) ­
  zu  sparen.
Ende  1927  wurde  im  Rahmen  des  Ausschusses  für  wirtschaftliche  Verwaltung
(AWV)  beim  Reichskuratorium  für  Wirtschaftlichkeit  der  Fachausschuß
für  Bankwesen  gebildet.  Als  besonders  wichtige  Aufgabe  betrachtet  er  die
Vereinfachung  und  Vereinheitlichung  des  Zahlungs-  und  Überweisungsverkehrs. ­
  Geschaffen  wurden  Einheitsvordrucke  für
Wechsel  und  Schecks  (siehe  S.  74  und  90).  Weiter  wurden  Grundsätze
für  die  jetzt  überall  durchgeführte  Effekten-  und  Banken-Numerierung ­
  aufgestellt.
Eine  Vereinfachung  (Verminderung  der  Schreibarbeit  und  Beschleunigung
  des  Platzüberweisungsverkehrs)  haben  die  der  Berliner
ü  Ausführliches  hierüber  und  über  Rationalisierung  enthält  an  der
Hand  praktischer  Beispiele  meine  „Bankbuchhaltung".  Stuttgart  1925.

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