wird für jeden Platz und für eine bestimmte Zeit eine Höchstsumme fest
gesetzt, so daß für jeden weiteren Betrag eine besondere Akkreditierung
erforderlich ist. Um Betrügereien zu verhüten, sind besondere Vorsichts
maßregeln getroffen. Sämtliche Zahlstellen sind im Besitz eines Musters
dieses Kreditbriefes.
Die Bank, die den Kreditbrief ausstellt, gewährt demjenigen, zu dessen
Gunsten er ausgestellt wird, hiermit in der Regel keinen Kredit, wenigstens
keinen Blankokredit, sondern fordert zumeist, daß die Summe, über die der
Kreditbrief lautet, bei ihr in bar, in Wertpapieren oder anderen Sicher
heiten hinterlegt wird. Sie belastet entweder den ganzen Betrag sofort
bei Aushändigung des Kreditbriefes, oder aber, was die Regel bildet,
die einzelnen abgehobenen Posten, sobald sie hierüber von der Firma, bei
der die Abhebung erfolgt ist, Nachricht erhalten hat.
Für die Ausschreibung des Kreditbriefes wird eine Provision von
etwa 1 /„°/ 0 berechnet. Die Firma, bei der der Betrag erhoben wird, zieht
V 4 7o Provision oder mehr für den durch sie gezahlten Betrag ab. —
Uber Postreiseschecks s. S. 94.
Einen größeren Umfang hat der Kreditbriefverkehr der Sparkassen
(„Rob", Abk. für: Reise ohne Bargeld) und der des genossenschaft
lichen Giroverbandes der Dresdner Bank sHöchstbetrag:
1000 RM) erlangt.
Im Reiseverkehr wird häufig an Stelle eines Kreditbriefes ein
Akkreditiv ausgestellt. Derjenige, für den das Akkreditiv bei einer
auswärtigen Bank eröffnet ist, fordert die Summe auf einmal oder in Teil
beträgen ab, wobei als Ausweis der Reisepaß und eine Unterschrifts
probe dienen.
5. Effektengeschäfte
a) Es selten-Emission'). (Siehe Beilage 2 und 3.)
Uber die Ausgabe einer Effektengattung, der Hypothekenpfandbriefe, ist
bereits (S. 208 ff.) gesprochen worden. Obgleich es sich beim Emissions-
i) Schrifttum: Wilhelm Dieben, Anleihetechuik. Berlin 1931.
R. Liefmann, Beteiligungs- und Finanzierungsgesellschaften. 4. Ausl. Jena
1923. P a u l M o d e l, Die großen Berliner Effektcnbanken. Jena 1896. Heinz
Richter, Das Emissionskonsortium. Dresden 1934. H. Sattler, Die
305
20 Geb-bä 30. A.