Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Ebensowenig  ist  das  Wesen  des  Geldes  mit  der  Festlegung  der  Werteinheit
durch  den  Staat  und  seinen  Annahmebefehl  ausreichend  begründet;  denn:
„der  Staat  mag  wollen,  was  ihm  beliebt;  soll  aber  sein  Wille  zur  Wirklichkeit ­
  werden,  dann  darf  er  nur  wollen,  was  der  Verkehr  —  zuläßt"  sPalyi).
Richtig  ist,  daß  das  Geld  durch  den  Staat  seine  Geltung  erhält;  seinen  Wert
aber  empfängt  es  durch  seine  Funktion  als  Mittler  im  Tauschverkehr. ­
  Die  äußeren  Erscheinungsformen  des  Geldes  sind  daher  gleichgültig. ­
  Wesentlich  ist  nur,  daß  es  seine  Aufgabe  erfüllt.  Der  Wert  des
Geldes  beruht  in  seiner  Tauschfähigkcit,  und  diese  hat  zur  Voraussetzung,
daß  der  Wirtschaftsverkehr  dem  Geld  das  Vertrauen  entgegenbringt,
daß  es  den  ihm  beigelegten  nominellen  Wert  auch  tatsächlich,  überall  und
jederzeit,  in  seiner  Kaufkraft  darstellt,  also  auf  seine  Wertbeständigkeit
baut.
Die  Grundlage  zu  dieser  Funktionstheorie  gab  Adolph  Wagner.
Philippovich,  Lexis,  v.  Wieser  und  v.  Zwiedineck  haben  sie
weiter  ausgebaut.
d)  Sie  Messung  des  Geldwerts
Schwankungen  des  Geldwerts  innerhab  kürzerer  oder  längerer  Perioden ­
  hat  es  stets  gegeben.  Sie  spiegeln  sich  in  der  Bewegung  der  Preise.
Für  Frankreich  stellte  D'Avenel  folgende  Tabelle  der  Kaufkraft  des
Geldes  auf:
1201—1225  :  4,5  1451-1500  :  6
1226—1300  :  4  1501—1525  :  5
1301—1350  :  3,5  1526—1550  :  4
1351—1375  :  3  1551—1575  :  3
1376—1400  :  4  1576—1600  :2,5
1401—1429  :  4,25  1601—1625  :3
1430—1450  :  4,5  1626-1650:  2,5
Die  Preise  von  1890  sind  hiernach  gegen  die  von  1201—1225  auf  das
44/sfache,  gegen  die  von  1226—1300  auf  das  4fache  usw.  gestiegen.  So  lehrreich
diese  Tabelle  ist,  so  leidet  sie  an  dem  großen  Fehler,  daß  die  Preise  eines
einzigen  Jahres  mit  denen  langer  Epochen  verglichen  sind.
Die  Messung  der  Wertschwankungen  des  Geldes  durch  die  Bewegung
der  Preise  für  Waren  und  Dienstleistungen  ist  ein  schwieriges  Problem,
schwierig  zunächst  schon  deshalb,  weil  der  Maßstab,  mit  dem  gemessen  wird,
das  Geld,  selbst  schwankend  ist.  Die  Veränderungen  des  Warenpreises
können  ebenso  auf  seiten  der  Waren  wie  auf  der  des  Geldes  liegen.  Die

1651—1675:2
1676-1700:2,33
1701—1725:2,75
1726—1750:3
1751—1774:2,33
1775—1790:2
1890  :1.
            
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