Contents : Comparison of rates of duty in the Tariff Act of 1930 and in the Tariff Act of 1922

Mikroskopische  und  biologische  Untersuchung.

879

wandten  Saprolegnia-Arten  ist  Leptomitus  leicht  zu  unterscheiden,  da  dieser  Pilz
weder  Strukturen  noch  Cellulinkörner  besitzt,  noch  für  gewöhnlich  in  Rasen  wächst.
Leptomitus  lacteus  vermehrt  sich  durch  Schwärmsporen,  dagegen  nicht  durch
Oosporen.  Statt  der  letzteren  bildet  er  nach  Kolkwitz 1 )  als  Dauerformen  sehr
resistente  Mycelstücke  aus,  die  unter  Umständen  nur  aus  einem  Fadenglied  bestehen,
teils  auch  gemraenartige  Gebilde  (Fig.  328).  Diese  Dauerformen  können  sich  im
Schlamm  lange  Zeit  halten  und  ermöglichen  dem  Pilz  das  Uberstehen  ungünstiger
Lebensverhältnisse.  Die  Schwärmsporen  bildet  der  Pilz,  sobald  ein  Abwasser  so  weit
gereinigt  ist,  daß  er  sein  Fortkommen  nicht  mehr  findet.  Sporangien  sind  daher  in
Vorflutern  ein  Indikator  für  eine  gewisse  Reinigung.  Kolkwitz,  der  den  Pilz
zuerst  in  Reinkultur  gezüchtet  und  ihn  eingehend  untersucht  hat,  gibt  an,  daß  die
günstigsten  Nährstoffe  für  ihn  die  hochmolekularen,  organischen  Stickstoffverhindungen
  sind,  während  Kohlenhydrate  keine  Bedeutung  für  ihn  haben.  In
Wässern,  die  den  Stickstoff  in  einfacheren  Verbindungen  enthalten  und  nicht  mehr
fäulnisfähig  sind,  kommt  er  nicht  mehr  fort.  Wässer  mit  deutlich  saurer  oder
alkalischer  Reaktion  töten  ihn.  In  stagnierenden  Gewässern  unterliegt  Leptomitus
der  Konkurrenz  der  Fäulnisbakterien.  Bei  Temperaturen  von  25 0  gedeiht  er  üppig,
bei  solchen  von  30°  und  darüber  stirbt  er  ab.
Leptomitus  tritt  wie  Sphaerotilus  im  Winter  auf  und  ist  im  Sommer  viel
seltener  zu  finden  als  letztere  Art.  Nach  Kolkwitz  wird  man  sein  Auftreten  als
kennzeichnend  für  noch  fäulnisfähige  Wässer  betrachten  müssen,  während  andererseits ­
  sein  Fehlen  aus  den  oben  angegebenen  Gründen  noch  kein  Indikator  für  genügende ­
  Reinheit  eines  Wassers  ist.  Auch  durch  mechanische  Verhältnisse,
besonders  durch  das  Fehlen  von  Unebenheiten  des  Bodens  in  schnell  fließenden
Wässern,  kann  Leptomitus  unter  sonst  günstigen  Bedingungen  an  der  Ansiedelung
verhindert  werden.
Außer  diesen  Pilzen  scheint  auch  ein  schon  öfter  beobachteter,  aber  noch
nicht  genauer  untersuchter  und  bestimmter  Pilz,  der  meist  als  Fusarium  aquaeductum
  aufgeführt  wird,  zu  den  eigentlichen  Abwasserpilzen  zu  gehören.
Von  Oscillatorien  kommen  nach  Mez  Osoillatoria  tenerrima,  0.  brevis,
0.  tenuis,  0.  antliaria  und  besonders  oft  0.  Froelichii  in  Betracht.  Die  Artbestimmung
ist  bei  diesen  Algen  von  größter  Bedeutung.  Die  Oscillatorien  der  Abwässer  zeigen
sämtlich  deutliche  Eigenbewegung.  Mez  gibt  folgenden  Bestimmungsschltissel:
I.  Fäden  bis  4  /i  dick;  Zellen  öfter  länger  als  breit.
a)  Zellen  im  Verhältnis  zur  Breite  kürzer  0.  tenerrima.
(Fäden  in  Bündeln  oder  einzeln,  meist  gerade,  lebhaft  blaugrün,  mit  oft  gebogenen ­
  Enden.)
II.  Fäden  meist  über  4  /,t  dick;  Zellen  höchstens  so  lang  wie  dick.
a)  Fäden  4—8  /t,  Zellen  1 / 2 —1-mal  so  lang  wie  dick,  an  den  Scheidewänden

nicht  eingeschnürt;  Lager  grün.
a)  Fäden  brüchig,  kurz  0.  brevis.
(Fäden  in  dünnhäutigen,  tiefblau-  oder  schwärzlich-grünen  Lagern,  gerade, ­
  an  den  Enden  verjüngt,  lebhaft  blaugrün.)
ß)  Fäden  lang,  nicht  brüchig.
1.  Zellinhalt  hellblaugrün  0.  tenuis.

(Fäden  in  schleimig-flockigen  oder  dünnhäutigen,  tief  grünen  Lagern,
gerade  oder  schwach  gekrümmt,  hellblaugrün.)
J )  Mitteil,  aus  d.  Königl,  Prüfungsanstalt  f.  Wasserversorgung  usw.  Heft  2,  34.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.