371
Finanzinstitut des Staates. Sie ist das Schatzamt des englischen Reiches;
an sic werden Steuern und Zölle abgeführt, und von ihr aus erfolgen
Zahlungen, die die englische Regierung zu leisten hat.
Weit älter als die Tätigkeit als Verwalterin staatlicher Gelder ist die
Funktion der Bank als Organ der staatlichen Schuldenverwal
tung. Gläubigerin des Staates von ihrer Geburt an, ist dieses Verhältnis
bis zum heutigen Tage bestehen geblieben. Der größte Teil der englischen
Staatsschuld ist nicht in Form von Jnhaberschuldverschreibungen aus
gegeben, sondern besteht in Form von Eintragungen in Schuldbücher. Die
Bank von England führt etwa 3 Millionen auf den Namen der Schuldbuch
besitzer lautende Hauptbuchkonten. Ihren Inhabern (oder deren Banken)
sendet sie die Zinsen mittels Schecks, die dividend warrants heißen.
Eine laufende Rechnung — drawing account genannt — er
öffnet die Bank auf Wunsch jeder Person oder Firma, die bei ihr durch
ein Empfehlungsschreiben eingeführt wird. Eine Verzinsung der Gut
haben (sie müssen mindestens 300 £ betragen) findet, ebenso wie bei der
Deutschen Reichsbank, nicht statt.
Filialen besitzt die Bank in Birmingham, Bristol, Hüll, Leeds, Liverpool,
Manchester, Newcastle on Tyne, Plymouth.
d)Der Wochenausweis
Da die Bank von England Zentralstelle der Geldvermittlung für die
ganze Welt ist, beanspruchen ihre Wochenausweise, die zugleich die Stelle
der Bilanz vertreten — andere Drucksachen als diese Ausweise werden von
der Bank nicht veröffentlicht —, größtes Interesse. Jeden Donnerstag um
.i Uhr nachmittags wird der Ausweis durch Anschlag im Hofe des Bank
gebäudes veröffentlicht, und wenige Minuten später werden die Ziffern
telegraphisch verbreitet. Im Gegensatz zu den kontinentalen Gepflogen
heiten werden in den englischen Bilanzen die Passiven links, die Aktiven
rechts aufgeführt, was darauf zurückzuführen ist, daß die Vorgänger der
englischen Bankiers Juden gewesen sind, die von rechts nach links schrieben.
Die Bekanntgabe des Ausweises durch die Bank geschieht in der auf Seile 372
ersichtlichen Form.
Durch das Bankgesetz vom 19. Juni 1844 (Peelsakte) wurde die
Bank in eine Abteilung für die Notenausgabe (issue department) und
in eine Abteilung, die das reguläre Bankgeschäft betreibt (banking de-