Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Finanzinstitut des Staates. Sie ist das Schatzamt des englischen Reiches; 
an sic werden Steuern und Zölle abgeführt, und von ihr aus erfolgen 
Zahlungen, die die englische Regierung zu leisten hat. 
Weit älter als die Tätigkeit als Verwalterin staatlicher Gelder ist die 
Funktion der Bank als Organ der staatlichen Schuldenverwal 
tung. Gläubigerin des Staates von ihrer Geburt an, ist dieses Verhältnis 
bis zum heutigen Tage bestehen geblieben. Der größte Teil der englischen 
Staatsschuld ist nicht in Form von Jnhaberschuldverschreibungen aus 
gegeben, sondern besteht in Form von Eintragungen in Schuldbücher. Die 
Bank von England führt etwa 3 Millionen auf den Namen der Schuldbuch 
besitzer lautende Hauptbuchkonten. Ihren Inhabern (oder deren Banken) 
sendet sie die Zinsen mittels Schecks, die dividend warrants heißen. 
Eine laufende Rechnung — drawing account genannt — er 
öffnet die Bank auf Wunsch jeder Person oder Firma, die bei ihr durch 
ein Empfehlungsschreiben eingeführt wird. Eine Verzinsung der Gut 
haben (sie müssen mindestens 300 £ betragen) findet, ebenso wie bei der 
Deutschen Reichsbank, nicht statt. 
Filialen besitzt die Bank in Birmingham, Bristol, Hüll, Leeds, Liverpool, 
Manchester, Newcastle on Tyne, Plymouth. 
d)Der Wochenausweis 
Da die Bank von England Zentralstelle der Geldvermittlung für die 
ganze Welt ist, beanspruchen ihre Wochenausweise, die zugleich die Stelle 
der Bilanz vertreten — andere Drucksachen als diese Ausweise werden von 
der Bank nicht veröffentlicht —, größtes Interesse. Jeden Donnerstag um 
.i Uhr nachmittags wird der Ausweis durch Anschlag im Hofe des Bank 
gebäudes veröffentlicht, und wenige Minuten später werden die Ziffern 
telegraphisch verbreitet. Im Gegensatz zu den kontinentalen Gepflogen 
heiten werden in den englischen Bilanzen die Passiven links, die Aktiven 
rechts aufgeführt, was darauf zurückzuführen ist, daß die Vorgänger der 
englischen Bankiers Juden gewesen sind, die von rechts nach links schrieben. 
Die Bekanntgabe des Ausweises durch die Bank geschieht in der auf Seile 372 
ersichtlichen Form. 
Durch das Bankgesetz vom 19. Juni 1844 (Peelsakte) wurde die 
Bank in eine Abteilung für die Notenausgabe (issue department) und 
in eine Abteilung, die das reguläre Bankgeschäft betreibt (banking de-
	        
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