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stempels, zu zahlen, wenn eine Bank Kundengeschäfte, die nicht Kom
missionsgeschäfte sind, durch Vermittlung einer an einem anderen Platz
domizilierenden inländischen Niederlassung ausführt. In Betracht kommt
diese Zusatzsteuer insbesondere bei Eigenhändlergeschäften.
VH. Die Kurse
1. Die Börsenmakler
Weil eine Umfrage unter den Börsenbesuchern, wer von einem genann
ten Wertpapiere zu einem bestimmten Kurse einen bestimmten Betrag
abzugeben oder zu verkaufen bereit ist, sehr zeitraubend wäre und meistens
auch nicht einmal zum Ziele führen würde, gibt es an der Börse Personen,
die berufsmäßig die Geschäfte zwischen Käufern und Verkäufern ver
mitteln: die Makler.
Vermittler im Waren- und Wertpapierhandel gab es schon, ehe Börsen
bestanden. Die französische Bezeichnung courtier leitet sich ab von
couratier, was von courir (laufen) kommt: diese Leute mußten, wenn sie
vermitteln wollten, von Haus zu Haus laufen. Courtier wurde später in
Frankreich nur der Makler im Warenhandel genannt, während die Be
zeichnung agent de change — ursprünglich vermittelte er Geschäfte in
lettres de change (Wechselbriefen) — der Makler im Effektengeschäft
erhielt.
Während in Deutschland zwischen den Außenstehenden und der Börse
die B a n k e n Vermittler sind, findet an der Börse der Ausgleich von An
gebot und Nachfrage durch den Makler statt, der die Bank des Käufers
und die des Verkäufers zusammenführt.
An den großen deutschen Effektenbörsen gibt es:
1. Kursmakler (vor 1896 vereidete, Fonds- und Wech
sel m a k l e r genannt) und
2. Freie Makler, Privat Makler, kurz Makler genannt-
Im Börsenjargon bezeichnet man diese mitunter auch als „Pfusch'
mäkle r", weil sie „den Kursmaklern ins Handwerk pfuschen' •
Hauptsächlich sind zwei Arten zu unterscheiden: die Kassamakler,
die das Geschäft nur vermitteln, wenn sie einen Gegenkontrahenten
gefunden haben (sonst geben sie die Order dem Kursmakler), und