515
sofortigen Verkauf an einem anderen Platz nach Abzug aller Spesen noch
ein Nutzen für ihn bleibt.
Sah z. B. der Arbitrageur, daß trotz der Spesen (Courtagen, Stempel,
Porti usw.) bei Berücksichtigung der verschiedenen Art der Kursnotierung
spanische Exterieurs in Paris sich billiger als in Berlin stellten, so kaufte er
in Paris und verkaufte denselben Betrag gleichzeitig in Berlin.
Die Arbitragegeschäfte erfolgen meist ä meta, d. h. gemeinsam mit einer
Firma des fremden Platzes, mit dem man arbitriert. Besitzt die Firma
an dem betreffenden Platze eine Filiale, so werden die Geschäfte natürlich
mit dieser abgeschlossen.
Nehmen wir an, die Firnia A in Berlin beabsichtige, mit Hamburg
zu arbitrieren. Sie wird die befreundete Bankfirma B in Hamburg
fragen, ob sie geneigt sei, mit ihr in eine Metaverbindung zu
treten, und zwar derart, daß ein aus diesen Geschäften sich ergebender Ge
winn bzw. Verlust geteilt werde. Erklärt B sich hiermit einverstanden,
und hat man sich über Einzelheiten geeinigt, dann beginnt der Arbitrage
verkehr der beiden Firmen, der in der Hauptsache sich am Fern
sprecher abspielt.
Im Börsengebäude, von dem Hauptsaale leicht erreichbar, befinden sich
407 Fernsprechzellen, die den Börsenbesuchern gegen Entrichtung einer
Gebühr zur Verfügung stehen *). Die Berliner Börse besitzt während der
Börsenstunden direkte Leitungen nach den Börsen von Breslau, Frank
furt a. M., Hamburg, Wien, Budapest, Paris, Brüssel usw.
Mit einigen dieser Börsen hat die Postverwaltung den sogenannten
Turnusverkehr eingeführt. Wer mit den betreffenden Börsen
sprechen will, muß dies ein für allemal erklären oder das Gespräch vor
Beginn der Börse anmelden. Die Post setzt die Reihenfolge der Gespräche
fest und meldet dies auch der Börse, mit der gesprochen wird, so daß z. B.
die Commerz- und Privat-Bank in Hamburg genau weiß, zu welcher Zeit
sie von ihrer Berliner Zentrale telephonisch angerufen wird.
Z An der Berliner Börse werden Fernsprechzellen zur alleinigen Benutzung
einer Firma vermietet, oder die Benutzung ist jeweils gegen Zahlung einer
Gebühr gestattet. Von dieser erhält einen Teil die Postverwaltung, den andern
die Industrie- und Handelskammer als Besitzerin des Börscngebäudes. Eine Er-
llänzung finden die Sprechverbindungen, von denen auch 80 in den Nischen im
Börsenraum eingebaut sind, in den Lich t si gn a l e n.