Mikroskopische Untersuchung. Hirse.
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Früchte gewonnen werden, denen nur an dem spitzen Grunde vereinzelte Reste
der Spelzen anhaften. Diese werden heim Putzen der Körner so vollständig
entfernt, daß sie nur in der Maiskleie bezw. den Maisschalen (Trebern) usw., nicht
aber im Maismehl oder Gries Vorkommen. In den Maiserzeugnissen jedoch, in denen
sie auftreten, können sie als Unterscheidungseieinente von anderen Getreidearten
dienen. Als solche sind zu beachten;
1. Die Oberflächenzellen der Spelzen (Fig. 81, S. 316). Die Spelzen haben
zum Unterschiede von anderen Getreidespelzen nur zwei Zolllagen, nämlich die Ober
fläche mit ungleich wellig-buchtigen, geschlängelten Längsrändern und das darunter
liegende Parenchym mit zartwandigen Tafelzelleji. Auf der Oberfläche sitzen
einzellige, dickwandige, bis 1000 fi lange Haare, bis zur Spitze mit offenem Lumen,
ferner auch kurze, dünnwandige 1 bis 3-zellige Haare. Besonders kennzeichnend
sind auch die Zellen der Epidermis der Hüllspelze (Fig. 79, S. 315).
2. Schichten der Maisschale (Fig. 80, S. 316). Die Maisschale, die sich
schon durch bloßes Kochen als farbloses Häutchen abheben läßt, besteht aus der Ober
haut und vier vielgestaltigen Zellschichten, die reihenweise nebeneinander liegen.
Die Oberhautzellen sind teils 4-, teils
5 - Ws 6-seitig, teils geradwandig,
teils getüpfelt; sie sind mit der 6- bis
8-reihigen, zusammengepreßten Mittel
schicht, deren Zellen denen der Ober
haut ähnlich sind, verwachsen. Die
vielgestaltigen Zellen des Schwamm-
Parenchyms setzen sich aus buchtigen
his sternförmigen Elementen zu
sammen, denen häufig vereinzelte
'^chlauchzellen anhaften. Die Zellen
der
einreihigen Aleuronschicht er
scheinen in der Flächenansicht ge
endet, vielseitig, derbwandig, mit
.zwei nahezu parallelen Wänden.
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Fig. 88. Mais-Stärke nach J. Möller. (Vergr. 300.)
3. Die Stärkekörner (Fig. 83). • .
Sie sind rundlich-eckig, ungeschichtet, meist mit einem hellen Kern und einer
zentralen, radial gestreiften Höhlung versehen; ihr Durchmesser beträgt 8—3o fi
Öni Durchschnitt 16—22 [x)\ die Stärkekörner aus dem hornigen Teil des Maiskornes
J^hen scharfkantige, die aus der Peripherie des letzteren bezw. aus dem lockeren
Nährgewebe haben meist rundlich-eckige Formen.
p Das Gewebe des Keimes besteht aus zarten, dünnwandigen, palissadenförmigen
Darenchymzellen.
Auf eine Arbeit von D. Ottolenghi 1 ) über den Nachweis von Maismehl
* Brot durch Behandeln des mit 0,3«/ o -iger Kalilauge hergestellten, eingetrockneten
Auszuges mit Isoamylalkohol, der einen Proteinstoff des Maises löst, sei hier nur
Verwiesen.
Hirse.
qj . Bari unterscheidet vorwiegend zwei Sorten, die Rispen- und Kolbenhirse
ar| icum miliaceum L. bezw. P. italicum L) und die Sorgho- oder Mohren- oder
bezw.
) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1904, 8, 189.