Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

Durrahirse  (Sorghum  vulgare  Pers.,  S.  saccharatum  Pers.,  S.  tataricum  usw.),
welche  letztere  als  Varietäten  der  Art  Andropogon  Sorghum  Brot,  aufgefaßt  werden
und  von  denen  eine  Art,  der  Dari  oder  das  Guineakorn,  hei  uns  eine  ziemlich  umfangreiche ­
  Verwendung  zur  Branntweinbereitung  gefunden  hat  und  dazu  wegen
seines  höheren  Stärke-  und  niedrigeren
Protein-  und  Eohfasergehaltes  (7—9  °/ 0
Protein  und  2,8—4,0  °/ 0  Eohfaser)  besser
geeignet  ist  als  die  stärkeärmere  und
protein-  und  rohfaserreichere  Eispenoder
  Kolbenhirse  (10—14  °/ 0  Protein  und
7—18  °/ 0  Eohfaser).
Bei  uns  wird  vorwiegend  nur  die
Eispenhirse  auf  Gries,  Grütze  oder
Gräupchen,  sehr  selten  auf  Mehl  verarbeitet. ­
  Zur  Darstellung  der  Hirsegrütze ­
  dienen  im  allgemeinen  dieselben
Eeinigungs-  und  Entschälungs-  bezW-Mahl-Vorrichtungen
  wie  bei  den  anderen
Getreidearten;  man  erhält  auch  hier  als
Abfall  den  Boden-  und  Polierstaub,  die
Spelzen  (Schalen)  als  sog.  Hirsekleie,
Futterhirse  (kleine  und  beschädigte
Körner),  Hirsefuttermehl  undHirsekuchen.
Die  Hirseschalen  (Kleie),  die,  wie  andere
Getreidespelzen,  keinen  Futterwert  besitzen, ­
  dienen  vielfach  zur  Verfälschung
von  wertvolleren  Getreideabfällen  oder
auch  von  Gewürzen.  Einen  eigentlichen
Futterwert  besitzen  nur  die  Teile  des
Hirsekornes,  die  zwischen  den  Spelzen
und  dem  Mehlendosperm  liegen,  also
aus  Fruchtsamenschale,  Aleuronzellen,
Keimen  und  den  beim  Koppen,  Polieren  und

Fig.  84.  Rispenhirse,  Spelze.  Ep  Oberhaut,
Ep'  Zellen  derselben  neben  einem  Randnerv,
t  Tüpfel,  F  Faserzellen,  P  bandförmiges  Parenchym.
Nach  C.  Böhmer.

Fig.  85.  Rispenhirse,  Fruchtschale.  Ep  Oberhaut ­
  der  Fruchtschale  nebst  einigen  Zellen  des
unteren,  dünnwandigen  Gewebes.  Al  Aleuronzellen.
Nach  C.  Böhmer.

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Fig.  86.  Stärke  der  Rlspenhlrse.
C.  Böhmer.

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Putzen  entstehenden  Trümmern  des  Nährgewebes  bestehen.  Selbstverständlich  enthalten ­
  diese  Abfälle  auch  noch  wechselnde  Mengen  der  Spelzen  beigemengt.  Be 1111
Polieren  und  Putzen  der  Hirsekörner  ballt  sich  ein  Teil  der  kleinen  ölreichen  Keiuj e
zu  Klumpen  zusammen  und  liefert  nach  dem  Abkratzen  von  den  Polierflächen  di 0
Masse  zu  den  Hirsekuchen;  diese,  wie  auch  das  Hirsefuttermehl  und  der  Polierstaub)
enthalten  16—20  °/ 0  Protein  und  ebensoviel  Fett;  sie  gleichen  daher  in  der  Zusammen
            
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