Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

enge.  Von  Wien  und  von  Budapest  aus  wurde  die  Industrie  der  ehemaligen ­
  Monarchie  finanziert.
Der  Kampf  zwischen  Privatbankiers  und  Aktienbanken  hat  dazu  geführt,
daß  die  Privatbankiers  und  die  kleineren  Institute  immer  mehr  verschwunden ­
  sind,  während  die  großen  Banken  ihr  Aktienkapital  und  die  Zahl  ihrer
Filialen  und  Depositenkassen  in  raschem  Tempo  vermehrt  haben.
Durch  die  Zerstückelung  des  früheren  Reichsgebiets  waren  die  österreichischen ­
  Banken  schwer  betroffen  worden,  da  ihre  Tätigkeit  sich  auf  das
gesamte  Territorium  der  österreichisch-ungarischen  Monarchie  erstreckt  hatte.
Es  war  für  sie  nicht  leicht,  ihre  Position  auf  dem  Gebiete  der  heutigen
Nachfolgestaaten  aufrechtzuerhalten;  manche  Opfer  mußten  gebracht  werden.
Mehrere  Zusammenbrüche  führten  dazu,  daß  mit  Bundesgesetz  vom
29.  Juli  1924  ein  Bankhaftungsgesetz  erlassen  wurde,  das  hauptsächlich ­
  die  zivilrechtliche  Haftung  des  Vorstandes  von  Bank-Aktien-Gesellschaften
  zum  Gegenstände  hat,  sofern  gewisse  Normen  nicht  eingehalten
werden.  Dasselbe  Gesetz  führte  den  Konzessionszwang  für  Privatbankfirmen ­
  ein.  Auch  alle  bereiis  bestehenden  Privatbankfirmen
mußten  die  Bewilligung  zum  Betriebe  eines  Bankgeschäftes  nachträglich
einholen.
Ein  ebenfalls  vom  29.  Juli  1924  datiertes  Gesetz  betraf  den  Erlaß  von
Ausnahmebestimmungen  anläßlich  der  Wirtschaftskrisis.  Es  wurde  „Geldinstitutszentralegesetz" ­
  genannt,  weil  ursprünglich  die  Absicht  bestand,  ein
Sanierungsinstitut  zur  ruhigen  Liquidation  von  Bankinstituten,  die  in
Bedrängnis  geraten  waren,  zu  schaffen  x ).
Wenn  man  von  der  L  ä  n  d  e  r  b  a  n  k  ,  die  ein  französisches  Institut  geworden
9'6t  es  nur  noch  4  Großbanken  in  Österreich:  Credit-Anstalt,
X  -W%»iiii,'iiu-  Östftrrelchischo-B'sden  Credit  Anstalt,  Wiener  Bankverein  und  Niederösterreichische ­
  Escompte-Gesellschaft  2 ).
7-  Das  Lankwesen  in  Deutschland.
In  den  Zeiten  des  Dreißigjährigen  Krieges,  im  Jahre  1619,  entstand
in  Hamburg,  angeregt  durch  die  dorthin  gekommenen  niederländischen
Emigranten,  die  später  zu  großer  Bedeutung  gelangte  Hamburger
st  S.  verschiedene  Aufsätze  im  „Österreichischen  Volkswirt"  und  in  den  „Mitteilungen ­
  des  Verbandes  österreichischer  Banken  und  Bankiers".
st  Über  Banken  nsw.  informiert  der  „Compaß",  Finanzielles  Jahrbuch.
8  O.  GW.  25  A.

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