Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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litten naturgemäß die Festbesoldeten, die Rentner und Pensionäre, deren 
Kaufkraft stark eingeschränkt wurde. Dagegen gewannen die Landwirte 
(denen Hypothekenrückzahlung in großem Umfange möglich war), die Jndu- 
strie, soweit Löhne und Preise noch nicht in Einklang gebracht waren, 
weiter aber auch ein großer Teil Arbeiter (bie Jugendlichen und Un 
verheirateten). Die verschiedene Wirkung der Geldentwertung auf die 
einzelnen Bevölkerungsgruppen führt dabei zu Klassenumschichtungen. Weil 
aber der Geldwert so großen Schwankungen unterliegt, suchte man schon 
lauge nach einem besseren Stoff für die Funktion des Wertmaßes, nach 
einem wirtschaftlichen Gute, dessen Wert absolut unveränderlich ist, um 
mit ihm Leistungen, die für lange Zeit gleichbleiben sollen, festzustellen. 
Vielfach ist G e t r e i d e, die Hauptbrotfrucht, als am besten für diesen 
Zweck geeignet empfohlen worden. Doch, wo Landwirtschaft, Bevölkerung 
und Verkehr sich ändern, kann sehr leicht auch bei wenig verändertem 
Geldwert der Wert des Getreides sich verdoppeln und verdreifachen 
oder auf die Hälfte sinken. Empfehlenswert ist es dagegen, bei Ver 
gleich verschiedener längerer Perioden neben den Geldpreisen Getreide 
mit zu berücksichtigen. — Auf Grund und Boden basiert die Deutsche 
Rentenmark. 
Keine Lösung ist das s o z i a l i st i s ch e Arbeitsgeld, da für 
alle Leistungen, die man eintauschen will, eine Anzahl Taxen bestehen 
müssen und die Darstellung qualifizierter Leistungen als ein Mehrfaches 
einfacher Arbeit sehr schwierig ist. Die A r b e i t s t a u s ch b a n k, die 
der englische Sozialist Robert Owen 1832 in London errichtet hatte, 
brach kurz nach ihrem Entstehen zusammen. 
Daß stoffwertloses Geld außer in der isolierten und gemeinwirtschaft, 
lich zusammengefaßten Wirtschaft nicht möglich ist, ist schon erörtert 
worden. Ein Gut, das einen absolut unveränderlichen Tauschwert besitzt, 
ist eben bis heute nicht entdeckt worden. 
I u r i st i s ch unterscheidet man, wenn man das Wertverhältnis 
zwischen dem geprägten Metallgeld und dem rohen Edelmetall angeben 
will: Nennwert, Metallwert und Kurswert des Geldes. 
Nennwert ist der Wert, den der Staat, bzw. der Münzherr dem 
von. ihm ausgegebenen Geldstück beilegt, Metallwert der Wert, den 
das in der Münze enthaltene Edelmetall als Metall hat; Münzen, bei 
denen eine erhebliche Differenz zwischen Metallwert und Nominalwert
	        
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