16
litten naturgemäß die Festbesoldeten, die Rentner und Pensionäre, deren
Kaufkraft stark eingeschränkt wurde. Dagegen gewannen die Landwirte
(denen Hypothekenrückzahlung in großem Umfange möglich war), die Jndu-
strie, soweit Löhne und Preise noch nicht in Einklang gebracht waren,
weiter aber auch ein großer Teil Arbeiter (bie Jugendlichen und Un
verheirateten). Die verschiedene Wirkung der Geldentwertung auf die
einzelnen Bevölkerungsgruppen führt dabei zu Klassenumschichtungen. Weil
aber der Geldwert so großen Schwankungen unterliegt, suchte man schon
lauge nach einem besseren Stoff für die Funktion des Wertmaßes, nach
einem wirtschaftlichen Gute, dessen Wert absolut unveränderlich ist, um
mit ihm Leistungen, die für lange Zeit gleichbleiben sollen, festzustellen.
Vielfach ist G e t r e i d e, die Hauptbrotfrucht, als am besten für diesen
Zweck geeignet empfohlen worden. Doch, wo Landwirtschaft, Bevölkerung
und Verkehr sich ändern, kann sehr leicht auch bei wenig verändertem
Geldwert der Wert des Getreides sich verdoppeln und verdreifachen
oder auf die Hälfte sinken. Empfehlenswert ist es dagegen, bei Ver
gleich verschiedener längerer Perioden neben den Geldpreisen Getreide
mit zu berücksichtigen. — Auf Grund und Boden basiert die Deutsche
Rentenmark.
Keine Lösung ist das s o z i a l i st i s ch e Arbeitsgeld, da für
alle Leistungen, die man eintauschen will, eine Anzahl Taxen bestehen
müssen und die Darstellung qualifizierter Leistungen als ein Mehrfaches
einfacher Arbeit sehr schwierig ist. Die A r b e i t s t a u s ch b a n k, die
der englische Sozialist Robert Owen 1832 in London errichtet hatte,
brach kurz nach ihrem Entstehen zusammen.
Daß stoffwertloses Geld außer in der isolierten und gemeinwirtschaft,
lich zusammengefaßten Wirtschaft nicht möglich ist, ist schon erörtert
worden. Ein Gut, das einen absolut unveränderlichen Tauschwert besitzt,
ist eben bis heute nicht entdeckt worden.
I u r i st i s ch unterscheidet man, wenn man das Wertverhältnis
zwischen dem geprägten Metallgeld und dem rohen Edelmetall angeben
will: Nennwert, Metallwert und Kurswert des Geldes.
Nennwert ist der Wert, den der Staat, bzw. der Münzherr dem
von. ihm ausgegebenen Geldstück beilegt, Metallwert der Wert, den
das in der Münze enthaltene Edelmetall als Metall hat; Münzen, bei
denen eine erhebliche Differenz zwischen Metallwert und Nominalwert