Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

5.  Die  italienischen  Notenbanken  ! ).
Das  Recht  der  Banknotenausgabe  hatten  seit  1893  neben  der  Banca
d’Italia  nur  die  beiden  südlichen  Notenbanken:  Banco  di  Napoli ­
  sHauptsitz:  Neapels  und  Banco  di  Sicilia  sHauptsitz:  Palermo).
Das  normale  Maximum  der  Notenausgabe  betrug:
660  Millionen  Lire  für  die  Banca  d’Italia,
200  „  „  „  den  Banco  di  Napoli,
46  „  „  „  „  Banco  di  Sicilia.
Eine  Überschreitung  dieser  Höchstbeträge  war  nur  statthaft,  wenn  der  Mehrertrag ­
  entweder  durch  gemünztes  Gold  oder  Goldbarren  voll  gedeckt  war,  oder
wenn  er  für  Staatsvorschüsse,  die  jedoch  nicht  mehr  als  125  Millionen  Lire
betragen  durften,  verwendet  wurde.
Von  sämtlichen  ausgegebenen  Noten  müssen  40  "/§  durch  eine  besondere ­
  Reserve  gedeckt  sein.  Diese  hat  zu  bestehen  aus:  in-  und  ausländischen ­
  Goldmünzen,  Devisen,  Guthaben  bei  ausländischen  Banken  oder
Bankhäusern,  englischen  Schatzscheinen  oder  anderen  fremdländischen
Goldzertifikaten  mit  höchstens  dreimonatlicher  Laufzeit  —  Vorschüsse  an
den  Staat  brauchen  nur  mit  33V3%  gedeckt  sein.
Die  Herstellung  der  Banknoten  erfolgt  gemeinsam  durch  den  Staat
und  die  Banken  derart,  daß  weder  der  eine  noch  der  andere  Teil  für  sich
allein  eine  Banknote  anfertigen  darf.
Das  bedeutendste  dieser  drei  Institute  ist  die  1850  von  Cavour  durch
Fusionierung  zweier  in  Genua  und  Turin  bestehender  Banken  gegründete
Banca  d’Italia.  1866  sah  sich  die  Bank  genötigt,  ihre  Zahlungen  einzustellen,- ­
  ihren  Noten  wurde  damals  der  Zwangskurs  verliehen,  den  sie  bis
1888  behalten  haben.
Für  die  metallisch  nicht  gedeckten  Noten  ist,  nach  dem  Bankgesetz  vom
21.  Dezember  1907,  eine  Steuer  von  1  %  gu  zahlen.  An  dem  über
5  %  hinausgehenden  Gewinn  ist  der  Staat  mit  einem  Drittel/  und  wenn
die  Dividende  6  %  übersteigt,  mit  der  Hälfte  beteiligt.
Im  August  und  Oktober  1914  wurde  der  Notenumlauf  der  3  Emissionsbanken ­
  jedesmal  um  ein  Drittel  des  „normalen  Maximum",  insgesamt  also
auf  das  Doppelte  dieser  Summe,  erhöht.  Als  Italien  sim  Mai  1915)  in
den  Krieg  eingetreten  war,  befriedigte  der  Staat  seinen  Geldbedarf  teils
J )  Literatur:  Canovai,  The  banks  of  issue  in  Italy.  Rom  1912.
Stringher,  Memorie  Bignardanti  la  Circolazione.  Rom  1925.  Statut  der
Banca  dTtalia.
            
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