Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

ziern  ausgebeutet  worden.  Das  in  Vorderasien  gewonnene  Gold  floß,  insbesondere ­
  in  den  letzten  Jahrhunderten  vor  Christi  Geburt,  den  Hauptkulturländern ­
  Griechenland  und  Italien  zu.
Die  2.  Periode  reicht  von  der  römischen  Kaiserzeit  bis  zur  Entdeckung
Amerikas.  Die  asiatische  Produktion  läßt  nach,  Gold  und  Silber  wird
in  mehreren  Ländern  Europas  (Goldbergwerke  in  Ungarn,  Siebenbürgen,
Goldfunde  in  Böhmen  usw.)  in  großen  Mengen  produziert.
Die  3.  Periode  kann  als  die  der  mexikanischen  S  i  l  b  e  r  p  rodn ­
  k  t  i  o  n  bezeichnet  werden.  Die  reichen  Silberfunde  bewirkten  eine  ungeheure ­
  Geldentwertung.
Die  4.  Periode  beginnt  mit  der  Entdeckung  der  Goldfelder  in  Kalifornien
  (1848),  deren  Reichtum  so  beträchtlich  war,  daß  sich  die  Gesamt-Produktion
  der  ganzen  Erde  vervierfachte.  Ähnlich  ergiebig  waren  die  1851
in  Australien  (Viktoria  und  Neusüdwales)  aufgeschlossenen  Fundstätten.
Die  5.  Periode:  1871—1890.  Die  Goldproduktion,  die  1856—1860
ihren  Höhepunkt  erreicht  hatte,  nimmt  bis  gegen  die  Mitte  der  achtziger
Jahre  ab.  Pessimisten  prophezeien  eine  gänzliche  Erschöpfung  aller
Goldlager.
Die  6.  Periode:  1891  bis  zur  Gegenwart.  Neue  Goldlagcr  werden
entdeckt;  reiche  Erträge  liefern  insbesondere  die  Goldbergwerke  am  Mitwatersrand
  in  Südafrika.  Dort  und  in  den  alten  Goldländern  findet
dank  der  technischen  Fortschritte  —  an  Stelle  des  handwerksmäßigen  ist
der  kapitalistische  Großbetrieb  (Goldminengesellschaften)  getreten  —  eine
erhebliche  Produktionssteigerung  statt,  die  sich  1916  vorübergehend  verringert ­
  hatte.  1923  betrug  die  Goldproduktion  in  Südafrika  202,5,  1924
241  Millionen  Dollar.
In  der  Zeit  von  1894—1917  wurde  ebensoviel  Gold  in  der  Welt  erzeugt
lote  in  100  Jahren  vorher,  d.  h.  für  ettva  8  Milliarden  Dollar.
Die  größten  Golderzeuger  der  Welt  sind  seit  langen  Jahren  das
englische  Imperium  und  die  Vereinigten  Staaten.  1913
waren  das  englische  Imperium  mit  63%,  die  Vereinigten  Staaten  mit
19  %  an  der  Weltproduktion  beteiligt;  1923  stellten  sich  die  Anteile
auf  70  bzw.  14  %.  Die  Vereinigten  Staaten  haben  ihre  Goldgruben
derart  stark  ausgebeutet,  daß  eine  Steigerung  ihrer  Goldproduktion  kaum
zu  erwarten  ist.

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