Die gewerbliche Arbeit in ihrer Entwidlung. 13
itüßen — das zufällige Ergreifen und Wiedermwegiwerfen eines
Steines als Hilfsmittel für |hlagende oder frabßende Bewegung
finden wir auch bei höheren Tieren — als jomit die Bermitt:
fungsrolle jenes äußeren Dinges der Natur bei der eigenen
produftiven Zätigkeit vom Menjchen fanfal-teleologifch erfaßt
und zum jtändigen Befigtum feiner Vorftellungswelt gemacht
war: da war das erfte Werkzeug auf Erden erjchienen, jene
Schöpfung, an die im Verein mit Sprache und Religion die
Menfhmerdung anzuinüpfen man fich mit Recht gewöhnt hat,
da in der Tat alle Entwicklung zur höheren Intelligenz fich
gleichfamt an dem Werkzeuge emporrantt, Jeit deffen Nubung
der Menjch im Kampfe ums Dafein aufhört, feinen Körper und
feine @liedmaßen umzuformen, um bloß noch Jeine geiftigen
Hähigkeiten weiter zu entwideln.
Überbliden wir den Entwidlungsgang, den das Werkzeug
im Laufe der Jahrtaufende genommen hat, fo finden wir ihn
parallel verlaufen demjenigen der Arbeitsverrichtungen und
Arbeitsleiftungen, die wir kennen. Aus einem oder wenigen
Höchfit einfachen und unvolllommenen Werkzeugen, die in un
beftimmter Allgemeinheit gleichfam alles in allem waren, löfen
ji immer neue und neue Formen 1o8, differenzieren ich bie
Hunktionen der einzelnen Werkzeuge zu immer größerer Mannigfaltigfeit.
(3 i{t diefelbe Erjcheinung, die wir auch bei der
Entwicklung der Tiergeftalten und der Sprache beobachten:
die Vermannigfaltung des Gebrauchs [chafft immer neue Formen,
bie fi) immer volllommener den einzelnen Sebrauchsaften
anpajfen. Aus der primitiven Spißhade oder der mit
einer breiten Schärfe verfehenen Hade entwideln Jich lang am
die Art, der Hammer, das Mejfer, der Meißel, die Säge, der
Bohrer und was fonjt an Prototypen [päterer Werkzeugsfategorien
zu nennen wäre, Und in dem Maße, wie Jich das
Prinzip der Arbeitszerlegung durchfegt, verfeinert fich inner:
halb jeder Kategorie dann wiederum das einzelne Werkzeug,
bis zu jener delikaten Nuancierung, wie wir fie heute etwa in