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II, 2. Die Arbeitslosigkeit
im Grunde eine Absurdität und nur ein Leweis für die Urteilslosigkeit
des Durchschnittsmenschen in politischen Dingen. Das hindert
bekanntlich aber die politischen Parteien vielfach nicht, ihre Kritik
nach diesem Rezepte zu üben.
warum gibt es nun im modernen Wirtschaftsleben beständig eine
gewisse Zahl von Arbeitslosen? Selbstverständlich wird diese Frage
hier nur in dem Sinne gestellt, daß die wirtschaftlichen Ursachen,
aus denen in gewöhnlichen Zeiten in unserer Wirtschaftsordnung
Arbeitslosigkeit entspringt, untersucht werden sollen. Die
Arbeitslosigkeit, die jetzt am Kriegsende in einem besiegten, von der
übrigen Welt abgeschnittenen und mit seinem Wirtschaftsleben in
ganz abnorme Zustände geratenen Volke so bedrohliche Dimensionen
annimmt, kann aber nicht unserer Wirtschaftsordnung an sich zur
Last gelegt werden. Deshalb ist auch die Frage der staatlichen Arbeitslosenunterstützung
jetzt anders zu beurteilen als bei normaler
Lage der Dinge.
Auf die vorhin aufgeworfene Frage ist nun zu antworten: Ein
gewisses Maß von Arbeitslosigkeit ist heute zunächst unvermeidbar
als Folge der absoluten Freiheit des Arbeitsverhältnisses, die für
beide Parteien des Arbeitsvertrags gilt, sowie der natürlichen
Unvollkommenheit, die notwendig jeder Arbeitsvermittlung anhaftet,
gleichviel wie ihre Organisation geartet ist. In einer Wirtschaftsordnung,
die dem Arbeiter das unbeschränkte Recht gibt, seine bisherige
Stellung zu kündigen und ebenso unbeschränkt darüber zu entscheiden,
ob er eine neue ihm angebotene Stelle annehmen will oder
nicht, und in der ebenso auch der Unternehmer die entsprechenden
Rechte besitzt, wird es jederzeit eine gewisse Zahl von Arbeitslosen geben.
Denn auch die denkbar beste Grganisation der Arbeitsvermittlung
kann es nie dahin bringen, daß die Arbeiter, die aus irgendeinem
Grunde ihre bisherige Stellung aufgegeben haben, immer da, wo
offene Stellen für sie vorhanden sind, sofort wieder eingestellt werden,
ohne daß dazwischen eine Zeit der Beschäftigungslosigkeit eintritt. So
ist es insbesondere zu erklären, daß auch in der Zeit des besten Ge-