Full text : Kapitalismus und Sozialismus

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II,  2.  Die  strbeitslojtgfeit

Luxus  entsagen  und  ihre  Hauptaufgabe  in  der  Vermögensbildung
erblicken.  Sie  müssen  die  möglichste-  Vermehrung  ihres  werbenden
Besitzes  nicht  nur  als  eine  Pflicht  gegen  ihre  nächsten  Angehörigen,
sondern  auch  gegen  die  Gesellschaft  im  ganzen  betrachten.  Ein  reicher
Mann,  der  von  diesem  Grundsatz  sich  leiten  läßt,  handelt  sozialer  als
ein  anderer,  der  von  seinem  Reichtum  gelegentlich  einige  Stiftungen
für  wohltätige  Zwecke  macht,  im  übrigen  aber  sich  einer  so  luxuriösen
Lebensführung  überläßt,  daß  für  die  Vermögensvermehrung  nichts
übrigbleibt.  Einige  Zehntausende,  die  für  gemeinnützige  Zwecke  gegeben ­
  werden,  sind  aber  nicht  schon  ein  ausreichendes  Feigenblatt,
um  die  Blöße  des  Luxus  zu  verdecken.
Rur  eine  privatkapitalistische  Gesellschaft,  die  in  der  Frage  des
Luxus  ein  reines  Gewissen  hat,  wird  die  moralische  Rraft  besitzen,
die  Angriffe  des  Sozialismus  auf  die  heutige  Wirtschaftsordnung
immer  wieder  siegreich  abzuwehren.  Vas  Schicksal  der  heutigen  Wirtschaftsordnung ­
  hängt  insofern  von  dem  Verhalten  der  besitzenden
Massen  selbst  ab.
2.  Die  Arbeitslosigkeit.
Diejenige  Erscheinung  in  der  gegenwärtigen  Wirtschaftsordnung,
die  neben  dem  arbeitslosen  Einkommen  am  meisten  die  sozialistische
Kritik  herausgefordert  hat,  ist  die  in  ihr  beständig  in  gewissem  Umfang ­
  anzutreffende  Arbeitslosigkeit.  Und  mit  den  Vorwürfen  und  Anklagen, ­
  die  der  Sozialismus  aus  diesem  Grunde  gegen  die  bestehende
wirtfchaftsverfassung  erhebt,  hat  er  zweifellos  auch  auf  weite  nichtsozialistische
  Kreise  einen  tiefen  Eindruck  gemacht.  Jedem  Menschen
schwebt  das  Ziel  vor,  daß  er  eine  gesicherte  ökonomische  Existenz
erlangen  möchte.  Das  ist  ja  einer  der  Hauptgründe,  weshalb  der
Andrang  zu  den  staatlichen  und  kommunalen  Beamtenstellen  so  groß
ist.  Ihre  Inhaber  erfreuen  sich  einer  gesicherten  Stellung,-  sie  können ­
  aus  ihrer  Stellung  nur  beim  vorliegen  ganz  bestimmter  Voraussetzungen ­
  wieder  entfernt  werden.  Sonst  ist  sie  ihnen  aber  für
            
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