Full text : Kapitalismus und Sozialismus

Die  Urisenarbeitslosigkeit

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tigkeiten  verlangt,  als  sie  den  Arbeitern  eignen,  die  durch  die  Änderung ­
  der  Nachfrage  ihre  Beschäftigung  verlieren.  Und  selbst  wenn
auf  diesem  Gebiete  leidliche  Übereinstimmung  vorhanden  sein  sollte,
so  wird  die  weiter  erforderliche  örtliche  Übereinstimmung  zwischen
Einschränkung  und  Ausdehnung  der  Arbeitsnachfrage  fehlen.  Die
neuen  Arbeiter  werden  meist  an  ganz  anderen  Grten  gebraucht  als
denen,  wo  gleichzeitig  Arbeiter  überzählig  geworden  sind.  Dabei  ist
auch  zu  beachten:  der  Mensch  ist,  wie  Iastrow  einmal  treffend
bemerkt,  keine  Ware,  die  man  beliebig  wie  einen  Ballen  Baumwolle ­
  von  einem  Drt  zum  anderen  schicken  kann.  Der  Arbeiter,  zumal ­
  der  verheiratete,  kann  sehr  triftige  Gründe  haben,  daß  er  auf
den  Verlust  seiner  bisherigen  Beschäftigung  nicht  gleich  mit  einem
ivechsel  des  Wohnorts  reagiert,  sondern  zunächst  einige  Zeit  abwartet, ­
  ob  sich  nicht  am  alten  Drte  wieder  eine  Stellung  für  ihn  findet.
Unter  diesen  Umständen  wird  aber  im  Gefolge  von  Bedarfsverschiebungen ­
  regelmäßig  auch  eine  stärkere  Arbeitslosigkeit  in  den
auf  die  Schattenseite  der  Nachfrage  geratenen  Gewerben  unvermeidlich ­
  sein.  Je  beweglicher  allerdings  die  Arbeiterschaft  wird,  je
leichter  sie  bereit  ist,  den  Wohnort  zu  wechseln,  um  so  eher  wird  sich
diese  Arbeitslosigkeit  überwinden  lassen.
Alles,  was  eben  über  die  Arbeitslosigkeit  im  Gefolge  von  8edarfsverschiebungen
  gesagt  wurde,  trifft  auch  für  die  Arbeitslosigkeit
Zu,  von  der  einzelne  Gewerbe  im  Zusammenhang  mit  der  Einführung ­
  arbeitsparender  Erfindungen,  insbesondere  neuer  Maschinen,
betroffen  werden.  Gewerbe,  die  eine  solche  technische  Umwälzung
erfahren,  entgehen  ja  gewöhnlich  auch  dem  Geschick  nicht,  durch  eine
Periode  vermehrter  Arbeitslosigkeit  hindurch  zu  müssen.  Auch  hier
liegen  die  Dinge  nicht  etwa  so,  wie  die  vulgäre  Auffassung  und
auch  viele  Sozialisten  meinen,  daß  durch  die  Maschine  überhaupt
die  Gesamtnachfrage  nach  Arbeit  in  der  Volkswirtschaft  vermindert ­
  würde,  sondern  die  Arbeitslosigkeit  entsteht  erst  durch  das  Zusammenwirken ­
  der  eben  näher  geschilderten  Momente.  Sie  entsteht
also  dadurch,  daß  die  Freisetzung  der  Arbeiter  durch  die  Maschine
            
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