152 II, 3, B. Die Leistungsfähigkeit des Sozialismus
beitsleistung auf Rosten ihrer Qualität gesteigert wird. Der Akkordlohn
kann daher mit gutem Erfolge nur da angewendet werden,
wo auch die Qualität der Arbeitsleistung, die Güte der Arbeit, vom
Betriebsleiter sofort nach getaner Arbeit mit hinreichender Sicherheit
beurteilt werden kann. Das trifft nun zwar im großen und ganzen bei
der industriellen Arbeit zu, nicht aber trifft es in gleicher Weife auch
bei der landwirtschaftlichen Arbeit zu. Bei vielen landwirtschaftlichen
Arbeiten zeigt sich oft erst hinterher, nach längerer Zeit, am Gesamtergebnis
der Produktion, ob die einzelnen Arbeiter mit der nötigen
Sorgfalt gearbeitet haben oder nicht. Beim Getreidesäen mit der Hand
z.B. sieht man Fehler in der Regel erst nach dem Auflaufen der Saat,
beim Ausstreuen von Chilesalpeter erst nach Eintreten der Wirkung
und bei Verwendung der übrigen Runstdüngemittel meist überhaupt
nicht.
Ganz besonders gilt das eben Gesagte von den Arbeiten, welche
die Wartung des Viehs erfordert. Dabei kommt es aber gerade hier
bei der viehpflege in ganz besonderem Maße auf die Sorgfalt der
Arbeit an. Aereboe führt in seiner vortrefflichen „Landwirtschaftlichen
Betriebslehre", der auch die vorhergehenden Beispiele entnommen
sind, hierüber folgendes aus^h: „Schon einmalige Unachtsamkeit
bei der Fütterung kann das Gedeihen der Tiere für
lange Zeit beeinträchtigen, wieviel mehr fortlaufende Gleichgültigkeit.
Ich erinnere nur an das Sauberhalten der Futtertröge, an
vorsichtiges Tränken der Rälber, Regelmäßigkeit der ganzen Fütterung,
Gründlichkeit beim Ausmelken der Milchtiere, und zwar
fortlaufende Gründlichkeit, Sorgfalt beim hüten auf den weiden
und bei der Behandlung kranker Tiere, an die ständige Bereitschaft
zu Geburtshilfe bei Tag und Rächt, an das Einspannen junger Zugtiere,
Bewahren vor zu plötzlichem Anziehen bei allem Zugvieh
und viele ähnliche Dinge.. . . viehpflege ist eben etwas rein
Persönliches, eine Sonderleistung, welche ihrem Wesen nach der be-34)
3. flufT., S. 515 ff.