Full text: Kapitalismus und Sozialismus

Landwirtschaft und Sozialismus 
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Zahlten Lohnarbeit als Schablonenarbeit, als Massenleistung gegen? 
I übersteht. Sie erfordert andauernde Anpassung der Arbeitsleistung 
an das Arbeitsziel, daher auch eine gewisse Freiheit des Entschlusses 
und Selbständigkeit des Handelns." 
Eben weil aber in der Landwirtschaft die Dinge so liegen, deshalb 
können in ihr mit betriebsfremder Arbeit, auch wenn man in mög 
lichstem Umfange Akkordlöhnung anzuwenden sucht, nur unbefrie 
digende Ergebnisse erzielt werden, will man hier ein gutes Ar 
beitsresultat erzielen, so ist die unumgängliche Voraussetzung die, 
dem Arbeiter muß selbst das Produkt seiner Arbeit gehören, er 
muß die Landwirtschaft auf eigene Rechnung und Gefahr treiben, 
! mit anderen Worten, die Wirtschaftsordnung muß eine individua- 
I listische mit vorherrschendem Uleinbetrieb sein. 
Sn der Landwirtschaft sind aber auch noch andere Uräfte vorhan 
den, die jeder sozialistischen Zentralleitung sich entgegenstemmen. 
Die landwirtschaftliche Produktion läßt sich unmöglich nach gene 
rellen Anweisungen führen, die von einer Zentralstelle aus erlassen 
! werden. Jedes Stück Erde erfordert vielmehr eine besondere Art 
der Nutzung, wenn es den größtmöglichen Ertrag liefern soll. Jeder 
einzelne Landwirtschaftsbetrieb ist etwas für sich, das in seiner 
besonderen Natur sorgfältig studiert sein will, wenn man ihm den 
höchsten Ertrag abgewinnen will. Je nach der Bodenbeschaffenheit, 
den klimatischen Verhältnissen, der Lage zum Absatzort, den zur 
Verfügung stehenden Arbeitskräften usw. muß ein Landwirtschafts 
betrieb ganz verschieden eingerichtet werden, wenn er ein Maximum 
an Ertrag liefern soll. Bald wird zur Erreichung des überhaupt 
1 möglichen Höchstertrags dieses Mischungsverhältnis zwischen Acker 
land und Wiesenland angezeigt sein, bald jenes, bald wird sich eine 
stärkere, bald eine schwächere Viehhaltung empfehlen, bald wird 
diese Mischung der landwirtschaftlichen Produktionszweige, bald jene 
vorzuziehen sein, um genügend Futter für das Vieh, oder anderer 
seits genug Dünger für die Felder zu erhalten, und um die rechte 
Ausnutzung der Gespanne sowie der menschlichen Arbeitskräfte zu
	        
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