Full text : Kapitalismus und Sozialismus

Das  Risiko  der  Produktion

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bindung  mit  der  Erwerbswirtfchaft  durchaus  den  Vorzug  und  wahrt
ihr  die  Treue.
lvas  heißt  das  zunächst,  wenn  wir  innerhalb  der  individualistischen
Wirtschaftsordnung  von  erwerbswirtschaftlicher  und  konsumgenossenschaftlicher ­
  Produktionsweise  sprechen?  Um  den  Gegensatz,  um
den  es  sich  hier  handelt,  zu  verstehen,  müssen  wir  von  folgenden  Erwägungen ­
  ausgehen.  Mit  jeder  Produktion  ist  notwendig  stets
eine  gewisse  Verlustgefahr  verknüpft.  Die  Produktion  kann  einmal
technisch  mißlingen.  Rus  den  Rohstoffen  und  den  Arbeitsleistungen,
die  man  bei  der  Produktion  eingesetzt  hat,  entsteht  nicht  das  fertige
Erzeugnis,  das  man  eigentlich  begehrte,  sondern  die  aufgewandten
Werte  gehen  während  des  Produktionsprozesses  verloren.  So  rechnet«
man  im  18.  Jahrhundert  in  der  Bierbrauerei,  daß  von  zehn  Suden
es  dem  Brauer  nur  siebenmal  gelingen  möchte,  ein  brauchbares  Bier
zu  erzielen.  Oder  zum  wenigsten  entspricht  die  erzeugte  Menge  oft
nicht  den  Erwartungen,  die  man  berechtigterweise  hegen  konnte.  Vas
letztere  ist  ja  ein  Schicksal,  das  dem  Landwirt  sehr  oft  zustößt.  Über
Uuch  wenn  die  Produktion  technisch  tadellos  gelingt,  kann  sie,  sobald ­
  es  eine  Produktion  für  fremden  Bedarf  ist,  wirtschaftlich
fehlschlagen.  Die  Produkte  finden,  wenn  sie  die  Werkstätte  verlassen,
nicht  mehr  den  erwarteten  Rbsatz,  oder  der  Konsument  ist  wenigstens
nicht  bereit,  für  sie  einen  Preis  zu  zahlen,  der  den  aufgewendeten
llosten  entspricht.
Vas  Risiko,  das  mit  jeder  Produktion  untrennbar  verknüpft  ist,
wird  nun  in  der  individualistischen  Wirtschaftsordnung  nicht  von
der  Gesamtheit,  sondern  von  einzelnen  privaten  getragen.  Daß  nicht
bie  Gesamtheit  es  trägt,  sondern  der  einzelne,  das  entspricht  eben
bem  in  ihr  herrschenden  Grundsatz  der  wirtschaftlichen  Selbstverantwortlichkeit ­
  der  Bürger.  Zur  Tragung  des  Risikos  der  Produktion ­
  kann  die  individualistische  Wirtschaftsordnung  aber  wieder  in
doppelter  Weise  organisiert  sein.  Die  privaten,  die  das  Risiko  der
Produktion  tragen,  können  entweder  sein  einzelne  Produzenten,  die
auf  eigene  Rechnung  und  Gefahr  für  fremden  Bedarf  waren  oder
            
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