Full text : Kapitalismus und Sozialismus

Die  Ledarfsbildung  im  Wirtschaftsleben

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in 9  stehenden  Gewohnheiten  in  dieser  Hinsicht.  Und  auf  immer  mehr
tun  Gebieten  behält  er  sich  dabei  bis  zum  letzten  Augenblick  die  Freiheit
etv  der  Entscheidung  vor,  welche  Waren  er  schließlich  wählt.  Für  einen
und  denselben  Gebrauchszweck  kommen  ja  oft  sehr  verschiedene  kval
 ^°  ren  in  Betracht.  Und  es  können  da  unter  Umständen  sehr  kleine
Unterschiede  in  der  Form,  in  der  Farbe,  in  dem  verwendeten  Rofy=‘9
 C=  Material  usw.  den  Ausschlag  zugunsten  des  einen  oder  des  anderen
• im °  Artikels  geben. 1 )
>en '  Durch  diese  Verhältnisse  ist  der  Bedarf,  dem  sich  die  Produktion
gegenwärtig  anzupassen  hat,  immer  wechselnder,  immer  mannigfaltiger,
  immer  mehr  der  Mode  unterworfen,  geworden.  Nur  auf
^ uts  relativ  wenig  Gebieten  kann  der  Bedarf  heute  noch  als  ein  ziem-:
  3 U  lich  feststehender  und  darum  im  voraus  berechenbarer  angesehen  werden. ­
  Auf  zahlreichen  und  großen  Gebieten  handelt  es  sich  dagegen  zu-'Eisr
  nächst  nur  um  einen  ganz  abstrakten  Allgemeinbedarf,  der  sich  erst
>ua-  spezialisiert,  wenn  ihm  eine  reiche  Auswahl  von  Mustern  vorgelegt
'3 ta=  |  wird.  Darum  ist  auch  die  Vorstellung  so  verkehrt,  man  könne  den  Geun
 ^  samtbedarf  eines  Landes  für  die  nächste  Wirtschaftsperiode  im  voraus
  aus  durch  statistische  Erhebungen  feststellen  und  dadurch  eine  Bichtschnür
  für  die  Produktion  schaffen.  Manche  geben  sich  wohl  gar
tion  dem  Glauben  hin,  mit  Hilfe  einer  Universalstatistik  könne  das  prore
  i  dlsm  der  sozialistischen  Leitung  der  Produktion  gelöst  werden.  Dieses
lheit  naive  Zutrauen,  das  manche  zur  Statistik  haben,  ist  für  diese  sehr
afts-  ehrenvoll,  aber  durch  statistische  Erhebungen  kann  das  Problem  der
rage  einheitlichen  Leitung  der  Produktion  auch  nicht  gelöst  werden.  Der
P ro “  Konsument  vermag  zwar  vielleicht  bei  solchen  Artikeln  wie  Salz,  Brot,
der  Zucker,  Petroleum  u.  dgl.  anzugeben,  wieviel  er  davon  ungefähr  im
^egt,  nächsten  Jahre  brauchen  wird  —  übrigens  auch  bei  diesen  Artikeln
reibt  eigentlich  nur  dann,  wenn  man  ihm  die  Einhaltung  bestimmter  ver->erte
  kaufspreisr  gewährleistet'  denn  mit  der  Höhe  der  Preise  ändert
rung  sich  {,ei  f,, en  E^en  Wqren  auch  die  Größe  ihres  Bedarfs  —,  allein,
Auf
.  1)  Vre  folgenden  Ausführungen  unter  Benutzung  meines  Vortrags  über
* C '  ben  ,,Unternehmerstand",  Leipzig  1910,  S.  32ff.
Pohle,  Kapitalismus  und  Sozialismus,  2.  fUijt.  3
            
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