Full text : Kapitalismus und Sozialismus

Der  Modewechsel

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lche  andererseits  aber  in  der  Nachahmungssucht  der  weniger  bemittelten
sten  Bevölkerungskreise.  „Die  Mode  ist  der  beständige  vergebliche  Deren- ­
  such  der  oberen  Schichten,  sich  von  der  Allgemeinheit  durch  eine
ahl  Neuerung  zu  unterscheiden",  so  formuliert  es  Professor  heqck  einund ­
  mal  sehr  treffend.  Darum  sind  auch  alle  Bestrebungen,  den  Moderen. ­
  Wechsel  zu  beseitigen,  bisher  erfolglos  geblieben.  An  solchen  Bestrebungen ­
  hat  es  ja  namentlich  auf  dem  Gebiete  der  Kleidung  nicht
ächt  gefehlt.  Nach  den  Freiheitskriegen  z.  B.  setzte  in  der  deutschen
ern  Frauenwelt  eine  lebhafte  Bewegung  ein,  die  die  Einführung  einer
rie-  allgemeinen  Einheitstracht  für  das  weibliche  Geschlecht  als  Ziel  verdie
  folgte.  Allein  die  Bewegung  verlief  sehr  bald  im  Sande,  und  der
wie  Modewechsel  trat  wieder  die  Herrschaft  an.  Ebensowenig  hat  die  Bevon
  wegung  für  Einführung  einer  Neformkleidung  am  Anfang  des
luch  20.  Jahrhunderts  den  Modewechsel  aus  der  weiblichen  Kleidung  zu
bri-  verbannen  vermocht.  Sehen  wir  doch,  wie  sogar  auf  solchen  Gehen ­
  bieten,  die  scheinbar  dem  Modewechsel  ganz  entzogen  sind,  wie  bei
die  der  Bekleidung  des  Heeres,  ein  gewisser  Modewechsel  sich  entwickelt,
sich  6ald  trägt  man  weite,  bald  enganliegende  Uniformen,  bald  hohe,
bald  niedrige  Mützen  usw.
Tr-  Nicht  die  Produzenten  sind  es  also,  die  den  Modewechsel  willkürrfts-
  lich  hervorrufen.  Lr  wurzelt  vielmehr  in  psychologischen  Eigenant- ­
  schäften  der  menschlichen  Natur  und  in  der  Art  der  Bedarfsbildung,
ffen  Mit  der  Art  der  Bedarfsbildung,  wie  sie  für  das  heutige  kvirtcuht
  schaftsleben  kennzeichnend  ist,  harmoniert  nun  aber  am  besten  eine
chen  Produktion,  die  auf  Rechnung  und  Gefahr  einzelner  Produzenten,
lter-  also  nach  den  Grundsätzen  der  Erwerbswirtschaft,  erfolgt.  Wenn
all-  ber  Verbraucher  sich  bis  zuletzt  die  Freiheit  der  Entscheidung  voriein-
  ■  behält,  was  er  konsumieren  will,  und  wenn  er  am  liebsten  unter
dene  bereits  fertig  produzierten  Waren  feine  Auswahl  trifft,  so  kann
scht,  ihm  die  Möglichkeit  hierzu  am  besten  durch  eine  erwerbswirtschafthat
  stche  Einrichtung  der  Produktion  geboten  werden.  Line  auf  Rechesser ­
  vung  der  Konsumenten  selbst  geführte  produkNon  setzt  voraus,  daß
affe,  "Mn  des  Bedarfs  im  voraus  einigermaßen  sicher  ist.  Die  Konsumenten
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