Die Konsumgenossenschaft als Regulator der Preisbildung 37
die erste Voraussetzung bildet, nämlich die Fähigkeit, billiger produ
zieren zu können als die Erwerbswirtschaft. Die konsumgenossen
schaftliche Produktionsweise ist ihrem Wesen nach Beamtenverwal-
tung. Sie wird" daher in ihren Leistungen in bezug auf wirtschaft
liche Einrichtung und Durchführung der Produktion immer hinter
der von dem Stachel des Selbstinteresses auf der Bahn des ökono
mischen Fortschritts in stürmischem Tempo vorwärtsgetriebenen Er
werbswirtschaft zurückbleiben, von der konsumgenossenschaftlichen
Produktionsweise gilt in dieser Hinsicht ganz dar gleiche, was von
den öffentlichen Unternehmungen des Staates und der Gemeinde
gilt, und was wir später noch näher zu untersuchen haben werden.
Mle diese Drganisationsformen der Produktion, die man an die
Stelle der Lrwerbswirtschaft zu setzen gesucht hat, können es hinsicht
lich des Punktes, der hier stets der entscheidende bleibt, nämlich
in bezug auf Billigkeit der Produktion, nicht mit der letzteren auf
nehmen. Sie bleiben im wettlauf mit ihr regelmäßig weit zurück
und müssen das Rennen schließlich aufgeben.
Das ist der zweite Punkt, weshalb die Ronfumenten bei erwerbs
wirtschaftlicher Einrichtung der Produktion ihre Interessen regel
mäßig besser gewahrt finden als bei konsumgenossenschaftlichem Be
trieb, und weshalb sie dieser den Vorzug geben, obwohl ihre natür
liche Zuneigung doch eher der Ronsumgenossenschaft gelten wird.
Die erwerbswirtschaftliche Produktionsweise gewährleistet also
nicht nur eine raschere und bequemere Befriedigung neuen Bedarfs,
sie ist im allgemeinen auch die billigere Methode der Bedarfsdeckung.
Rlle sittliche Entrüstung über die erwerbswirtschaftliche Produktions
weise als eine „Profitwirtschaft" hilft nicht über die Tatsache hin
weg, daß bei der von dem Streben nach Profit geleiteten Produktion
regelmäßig besser für die Befriedigung des Bedarfs gesorgt ist als
bei einer Produktion, die unmittelbar, ohne das Gewinnstreben der
Menschen in ihren Dienst zu stellen, auf die Deckung des Bedarfs
ausgeht.