Full text: Kapitalismus und Sozialismus

Entstehung der Unternehmung im Verlag 
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entwickelter Verhältnisse. Mit dem zunehmenden Alter des Berg 
baus und seinem Vordringen in größere Tiefen, wodurch größere 
Kapitalien erforderlich werden, verschwinden auch regelmäßig die 
anfänglichen produktivgenossenschaftlichen Einrichtungen und ma 
chen dem Unternehmertum und der Lohnarbeit Platz. Daher finden 
wir im Bergbau der Gegenwart Einrichtungen produktivgenossen 
schaftlichen Eharakters nur noch unter wenig entwickelten Verhält 
nissen, wie z.B. im Zinnbergbau der Malaienstaaten und der in 
dischen Inseln.«) Und überhaupt sind produktivgenossenschaftliche 
Bereinigungen der Arbeiter als ein Zeichen einfacher, um nicht zu 
sagen zurückgebliebener wirtschaftlicher Verhältnisse zu betrachten. 
Damit hängt es auch wohl zusammen, daß in Rußland die Pro 
duktivgenossenschaft in der Form des Artellsh, mit welchem 
Namen dort allerdings auch Gebilde konsumgenossenschaftlicher Art 
bezeichnet werden, noch eine besonders häufige Erscheinung darstellt. 
Wie im Bergbau, so ist auch auf manchen Gebieten der Industrie 
die Unternehmung erst allmählich an die Stelle älterer produktiv- 
genossenschaftlicher Bildungen getreten. Das gilt vor allem von 
der Entwicklung der Unternehmung in der Verlagsindustrie, heute 
ist uns ja die Leitung der Verlagsindustriebetriebe durch Unterneh 
mer etwas so Gewöhnliches, daß wir uns eine vom Unternehmer 
tum unabhängige Form der Verlagsindustrie überhaupt kaum vor 
stellen können. Ursprünglich haben aber zweifellos in vielen Zwei 
gen der Verlagsindustrie genossenschaftliche Absatzorganisationen be 
standen. Die Handwerker einer Stadt oder die Heimarbeiter eines 
Dorfes ließen den Vertrieb der von ihnen hergestellten waren durch 
einzelne Beauftragte aus ihrer Mitte besorgen, die zu diesem Zwecke 
auswärtige Messen besuchten oder auch die Waren im hausierwege 
b) vgl. über diese Brunhuber in der Zeitschr. f. Sozialwissenschast, 
Iahrg., S. 449ff., ferner Eh. Posewitz, Die Sinninseln im Indischen 
Dzean, II, S. 85 ff. 
7) Beispiele für solche Artelle bei Stieda im „Handwörterbuch der Llaats- 
wissenschaften", Bd. II, §. 4.
	        
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