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!, 3. Unternehmung und Produktivgenossenschaft
winnanteil an ihm beteiligt sind. Sie lehnen also nicht die erwerbs
wirtschaftliche Produktionsweise an sich ab, sondern nur die beson
dere Form, die sie sich in der Unternehmung gegeben hat. Kn die
Stelle dieser aristokratischen Form wollen sie eine mehr demokra
tische setzen. Ihr Ideal ist eben die Arbeiterproduktivgenossenschaft,
in der die Arbeiter eines Betriebs auch seine Unternehmer sind und da
her zum Unternehmen in einer ganz anderen Stellung stehen, als wenn
sie als Lohnarbeiter auf jederzeitige Kündigung angenommen sind.
hieraus ergibt sich zugleich, daß die Produktivgenossenschaft in eine
ganz andere Uategorie des Genossenschaftswesens gehört als die
Uonsumgenossenschaft. Die Konsumgenossenschaft verneint das ganze
Prinzip, auf dem die Erwerbswirtschaft beruht, ändert aber dafür
nichts an der Stellung des Lohnarbeiters im Wirtschaftsleben. Der
Lohnarbeiter, der im Betrieb einer Konsumgenossenschaft tätig ist,
bleibt genau so Lohnarbeiter wie der Lohnarbeiter in einer Unter
nehmung, und es hat ja auch schon zahlreiche Konflikte der An
gestellten der Konsumvereine mit ihren Arbeitgebern über die Ar
beitsbedingungen gegeben. Die Produktivgenossenschaft dagegen ver
neint nicht die Erwerbswirtschaft an sich, sondern nur die Stellung,
die der Lohnarbeiter in der Unternehmung einnimmt. Sie will die
Scheidung zwischen Unternehmer und Lohnarbeiter aufheben und
den Lohnarbeiter zum gleichberechtigten Unternehmergenossen machen.
Ukit der Gründung von Produktivgenossenschaften in diesem Sinne
sind im Laufe des letzten Jahrhunderts nach und nach eine ganz
stattliche Reihe von versuchen gemacht worden. Sie sind aber fast
regelmäßig nach einiger Zeit wieder gescheitert. „Die Geschichte der
Produktivgenossenschaft ist eine einzige Kette von Mißerfolgen", be
merkt F. Oppenheimer, der diesem Gegenstände eine eingehende
Untersuchung gewidmet hat. Er berechnet, daß in Deutschland in der
von ihm untersuchten Zeit, d.h. vom Beginn der deutschen Genossen
schaftsbewegung an bis etwa zur Mitte der 90 er Jahre, insgesamt
322 Arbeitergenossenschaften errichtet worden waren. Davon hatten
sich nicht weniger als 213, also mehr als Vs« bis dahin auch schon wie-