übrigens auch die in der sozialistischen Literatur zuerst auftretende
ist. Diese Richtung strebt danach, das oberste Rechtsprinzip, auf dem
die heutige Wirtschaftsordnung beruht, aufzuheben und durch das
entgegengesetzte Rechtsprinzip zu ersetzen. Vas oberste Rechtsprinzip
der heutigen Wirtschaftsordnung ist aber, wie früher gezeigt wurde,
nicht das Privateigentum an sich, das selbst erst wieder eine Ronsequenz
dieses Rechtsprinzips ist, sondern es ist der Grundsatz der wirtschaftlichen
Selbstverantwortlichkeit des einzelnen. Rn Stelle dieses
Rechtsprinzips soll nach sozialistischer Ruffassung gerade das entgegengesetzte
für das Verhalten des Staats zum Wirtschaftsleben bestimmend
werden. Der Staat soll selbst die Fürsorge für die wirtschaftliche
Existenz seiner Bürger übernehmen. Sn Übereinstimmung mit
dem in 'der Wissenschaft herrschenden Sprachgebrauch wollen wir
diese Richtung des Sozialismus, die den sozialistischen Standpunkt
zweifellos am reinsten und konsequentesten durchführt, als Rommunismus
bezeichnen. Im Mittelpunkt des spezifisch kommunistischen
Gedankenkreises steht dem Gesagten gemäß die Forderung des
„Rechts auf Rrbeit", d. h. die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz
der einzelnen durch den Staat, und zwar nicht bloß im Sinne
eines Rnspruchs auf Rrbeitslosenunterstützung, den derjenige geltend
machen kann, dem es nicht gelingt, eine Stelle zu finden, sondern
im Sinne der Forderung, daß der Staat eine Grganisation der Wirtschaft
schafft, die die Möglichkeit der Stellenlosigkeit von vornherein
ausschließt. Die wirtschaftliche Existenz der Mitglieder des Gemeinwesens
soll, so will der Sozialismus, überhaupt von allen Zufälligkeiten
der Geburt und allen Schwankungen der Ronjunktur unabhängig
gemacht, sie soll vom Staate auf eine gesicherte und für
alle möglichst gleiche Grundlage gestellt werden.
Garantie der wirtschaftlichen Existenz aller Staatsbürger
durch den Staat ist das eigentliche Ziel und der eigentliche
Grundgedanke des Sozialismus. Die Rufhebung des Privateigentums
und die Einführung des Gemeinbesitzes an den Produktionsmitteln,
die die gewöhnliche oberflächliche Betrachtung der Dinge