Full text : Kapitalismus und Sozialismus

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1,4.  Der  Sozialismus

ohne  auf  die  wirtschaftlichen  Freiheitsrechte,  die  der  Staatsbürger  in  f
der  heutigen  Wirtschaftsordnung  genießt,  verzichten  zu  müssen.  So  c
versichern  die  Anhänger  des  wissenschaftlichen  Sozialismus  regel-  >
mäßig,  daß  auch  in  ihrem  Zukunftsstaat  die  freie  Ledarfsbildung,  i
die  heute  herrscht,  bestehen  bleiben  soll,  daß  jeder  selbst  soll  ent-  i
scheiden  können,  was  er  konsumieren  will.  Zu  diesem  Zweck  wollen  '
sie  auch  das  Geld  etwa  in  Form  von  Bescheinigungen  über  die  gelei-  '
stete  Arbeit  beibehalten,  aus  Grund  deren  dann  jeder  aus  den  Warenlagern ­
  der  Gesellschaft  das  ihm  Zusagende  in  entsprechenden  Wengen ­
  entnehmen  kann.  Und  ebenso  wie  die  Freiheit  des  Konsums
soll  im  kollektivistischen  Staat  auch  die  Freiheit  der  Arbeit  erhalten
bleiben,  letztere  wenigstens  in  dem  Sinne,  daß  der  Arbeiter  selbst
bestimmen  kann,  in  welchem  produktionszunige  er  beschäftigt  sein  will.
Daß  der  wissenschaftliche  Sozialismus  Freiheit  des  Konsums  und
Freiheit  der  Arbeit  in  seinem  Zukunftsstaat  aufrechterhalten  will,
darf  man  als  ein  wertvolles  Zugeständnis  buchen.  Er  gibt  damit
zu  erkennen,  daß  er  die  soziale  Bedeutung  dieser  Einrichtungen  rich
tig  erkannt  hat.  Dem  Menschen  diese  Einrichtungen  nehmen,  heißt
ihm  seine  würde  nehmen  und  ihm  etwas  zumuten,  was  gegen  seine
Natur  geht.  Line  ganz  andere  Frage  ist  es  nun  aber,  ob  im  kollektivistischen ­
  Gemeinwesen  Freiheit  des  Konsums  und  Freiheit  der  Arbeit ­
  sich  wirklich  auf  die  Dauer  werden  aufrechterhalten  lassen.  AN
dem  guten  Villen  und  der  ernsten  Absicht  vieler  Anhänger  des  wissenschaftlichen ­
  Sozialismus,  diese  Einrichtungen  wirklich  einzuführen,
soll  damit  nicht  im  geringsten  gezweifelt  werden,  es  fragt  sich  nur
eben,  ob  die  Umstände  ihnen  auch  gestatten  werden,  ihr  versprechen
einzulösen.  Die  sozialen  Einrichtungen  haben  ihre  eigene  Logik.  Er
kommt  nicht  darauf  an,  welche  Zusammenstellungen
von  sozialen  Einrichtungen  uns  in  den  Parteiprogrammen ­
  versprochen  werden,  sondern  welche  Einrichtungen ­
  durch  die  Natur  der  Dinge  innerlich  miteinander
verknüpft  sind  und  daher  notwendig  auseinander  folgen.  Unsere
Sozialisten  schalten  und  walten  auf  dem  geduldigen  Papier  mit  den
            
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