Full text : Kapitalismus und Sozialismus

KoIIcltitrismus  und  wirtschaftliche  Freiheit

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sozialen  Institutionen  gern  wie  mit  den  Bausteinen  eines  Baukastens,
aus  denen  man  beliebige  Figuren  zusammensetzen  kann.  In  Wahrheit ­
  lassen  sich  die  sozialen  Systeme  aber  nicht  beliebig  durcheinander
mischen  und  zusammensetzen,  wenn  man  wirklich  lebensfähige  Gebilde ­
  erhalten  will.  In  der  Verkennung  der  Gesetzmäßigkeit,  die  auch
in  den  sozialen  Dingen  waltet,  liegt  der  größte  und  ursprünglichste
aller  Irrtümer  des  Sozialismus.
Insbesondere  ist  in  dieser  Beziehung  nun  festzustellen:  Freiheit
des  Konsums  und  Freiheit  der  Arbeit  sind  in  einem  kollektivistischen
Gemeinwesen  auf  die  Dauer  unmöglich.  Venn  aus  ihnen  ergeben  sich
notwendig  die  Erscheinungen,  zu  deren  Bekämpfung  und  Beseitigung
recht  eigentlich  der  Übergang  zum  Kollektivismus  verlangt  wird.  Solange ­
  Freiheit  der  Arbeit  und  Freiheit  des  Konsums  bestehen  bleiben,
ist  es  vor  allem  unmöglich,  das  Ideal  des  Kollektivismus  in  bezug
auf  die  Einkommensverteilung  zu  verwirklichen.  Die  Ziele  des  Kollektivismus ­
  auf  diesem  Gebiete  gehen  aber  nicht  nur  dahin,  den  Bezug
des  arbeitslosen  Einkommens  radikal  zu  beseitigen,  sondern  auch
die  Höhe  des  Einkommens  der  einzelnen  abzustufen  nach  der  Art
ihrer  Arbeitsleistung  und  der  Bedeutung,  die  ihre  Arbeitsleistung
sür  die  Gesellschaft  hat.  In  dieser  Beziehung  unterscheidet  sich  der
Kollektivismus  ja  ebenfalls  zunächst  vom  Kommunismus.  Er  verlangt ­
  nicht  vollständige  Gleichheit  des  Einkommens  für  alle,  sondern
er  läßt  Unterschiede  der  Einkommenshöhe  zwischen  den  einzelnen
nach  der  Größe  ihrer  Arbeitsleistungen  und  der  gesellschaftlichen
Bedeutung  der  einzelnen  Arten  der  Arbeit  zu.  wenn  der  Kollektivismus ­
  dabei  aber  wirklich  eine  feste  Skala  für  die  Entlohnung  der
einzelnen  Arbeitsarten  einführen,  wenn  er  das  jetzige  Auf-  und  Abschwanken ­
  der  Löhne  nach  dem  wechselnden  Verhältnis  zwischen  Angebot ­
  und  Nachfrage  auf  dem  Arbeitsmarkt  beseitigen  und  damit
der  Forderung  der  Arbeiter  nach  Abschaffung  des  verhaßten  „Lohnshstems",
  das  ja  nichts  anderes  bedeutet  als  die  Regulierung  der
Lohnsätze  nach  der  Nachfrage  der  Konsumenten  einerseits  und  dem
^udrang  zu  den  einzelnen  Berufen  andererseits,  Genüge  tun  will,
            
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