Full text : Kapitalismus und Sozialismus

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1,4.  Der  Sozialismus

mutz,  kein  3ufdl. 17 )  Alles,  was  die  Vertreter  des  wissenschaftlichen
Sozialismus  des  letzten  Jahrhunderts  über  die  Möglichkeiten  eines  so-•
  zialistischen  Zukunftsstaats  mit  weitgehenden  wirtschaftlichen  Freiheitsrechten ­
  gesagt  haben  und  was  ihnen  von  manchen  wenig  kritischen ­
  bürgerlichen  Nationalökonomen  geglaubt  worden  ist,  das
ganze  lockende  Bild  von  der  Möglichkeit  einer  Versöhnung,  einer
Vereinigung  zwischen  Individualismus  und  Sozialismus,  beruht  auf
einer  großen  Selbsttäuschung.  Ls  gibt  nur  eine  einzige  Form  des
Sozialismus,  die  wirklich  möglich  ist  —  unter  welchen  Umständen
freilich  sie  einzig  und  allein  möglich  ist,  davon  wird  nachher  noch
die  Rede  sein  —,  das  ist  der  Rommunismus.  Die  wissenschaftlichen
Sozialisten,  die  den  Kommunismus  als  Utopie  verspottet  und  an
einen  sozialistischen  Zukunftsstaat  geglaubt  haben,  der  von  dem
harten  Zwang  des  Kommunismus  sich  freihalten  könne,  sind  in
ihrem  Glauben  an  eine  unmögliche  Gesellschaftsordnung  im  Grunde
viel  größere  Utopisten  als  die  ehrlich  und  folgerichtig  zu  allgemeinem ­
  Arbeitszwang,  allgemeiner  Zwangsregelung  des  Konsums  usw.
sich  bekennenden  Anhänger  des  Kommunismus.
In  der  Tatsache,  daß  der  Sozialismus,  sobald  man  ihn  zu  Ende
denkt,  notwendig  zum  Kommunismus  führt,  steckt  auch  der  Schlüssel
dafür,  weshalb  der  wissenschaftliche  Sozialismus  sich  so  hartnäckig
gesträubt  hat,  ein  Bild  seines  Zukunftsstaats  zu  entwerfen.  Die
Vertreter  dieser  Richtung  hatten  instinktiv  das  richtige  Gefühl:  Sobald ­
  wir  versuchen,  die  Einrichtungen  unseres  Zukunftsstaats  zu
schildern,  kommen  wir  an  Einrichtungen  kommunistischer  Natur  nicht
vorbei.  Die  breite  Angriffsfläche,  die  der  Kommunismus  der  Kritik
17)  Oie  einzelnen  Richtungen,  die  sich  innerhalb  der  ehemaligen  Sozialdemokratie ­
  entwickelt  haben  und  die  sich  ja  wesentlich  mit  durch  ihre  verschiedene ­
  Stellung  zum  Kommunismus  voneinander  unterscheiden,  näher  zu
charakterisieren,  gehört  nicht  zu  den  Aufgaben  dieser  Darstellung,  deren  Ziel
eine  prinzipielle  Auseinandersetzung  mit  dem  Kommunismus  selbst  ist.  Über
die  verschiedenen  politischen  Richtungen,  die  sich  innerhalb  des  Sozialismus
in  der  letzten  Zeit  gebildet  haben,  vgl.  Sombart,  Sozialismus  und  soziale
Bewegung,  7.  Aufl.,  S.  304ff.

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