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Die Zukunft der südrussisohen Eisenindustrie.
Möller 25—30 °/ 0 Krivoi Roger Erze von hohem Fe-Gehalte und
niedrigem Gehalte an SiO a zuzusetzen. Erschwerend für die Ver
wendung der Kertscher Erze kommt hinzu, daß sie als sehr uner
wünschte Beigabe einen Ärsengehalt von 0,04—0,05 °/ 0 haben, so
daß ein Roheisen, das ausschließlich aus Kertscher Erzen erblasen
sein würde, einen Arsengehalt von ungefähr 0,15 °/ 0 haben und des
halb für die meisten Zwecke der Eisenweiterverarbeitung nicht taug
lich sein würde.
Die Erzablagerungen auf dem östlichen Teile der Krim sind
zahlreich verstreut. An den Abhängen der Ufer des Schwarzen und
Asdwschen Meeres sowie beim Durchqueren der Halbinsel mit der
Eisenbahn sieht man an den Böschungen der Eisenbahneinschnitte
die Erzbänke hervorkommen. Auf über 30 Milliarden Pud 1 )
wurde das Vorkommen geschätzt, das bisher nur in 3 Gruben
betrieben abgebaut wurde und im letzten Friedensjahre eine För
derung von nur 29000000 Pud erreichte.
Der Abbau erfolgt im Tagbau und ist äußerst einfach. Nach
Abtragen einer Erdschicht von 0,5—4 m Mächtigkeit mittels Trocken
baggers hat man eine Erzbank von 4—20 m Höhe zum Abbau vor
sich, die meist inl oberen Teile aus braunem Erze, im unteren Teile
aus gelbem Erze besteht, und entweder von Hand oder mittels
Löffel- oder Eimer-Bagger aufgeladen wird. Die Kosten der För
derung sind sehr gering. Die Erze kosteten — den Pachtpreis
von 1 / 1 Kopeke das Pud einbegriffen — nur 3 / 4 — 1 1 / 4 Kopeken das
Pud 2 ) frei Dampfer.
Man wird in Zukunft mehr sein Augenmerk auf das Kertscher
Erzvorkommen richten müssen, weil die Krivoi Roger Erze infolge
der zur Ausbeute in größerer Tiefe notwendigen Menschenkraft
steigende Förderkosten haben werden, während die Kertscher Erze
ihre niedrigen Gestehungskosten beibehalten können; bestand doch
das ganze Personal einer der Gruben des Kertscher Gebietes aus
10. Mann, die 2 Trockenbagger bedienten. Die Fortschritte der
Ägglomerierungstechnik werden in der Zukunft dazu verhelfen, den
großen Reichtum des Landes nutzbar zu machen. Das Erz enthält
außer 15—20 °/ 0 Wasser noch ebensoviel Kohlensäure und andere
durch Glühen verschwindende Substanzen, die also zusammen ein
Drittel des Gewichtes ausmachen, dessen Transport durch Glühen
der Erze vermieden würde. Aus dem feinkörnigen und staubigen,
schwer verhüttbaren Erze wird die Agglomerierung ein stückiges,
trockenes Hoohofenmaterial hersteilen, dessen Verwendung im Hoch
ofen indessen immer noch durch den Arsengehalt bis zu einer be-
!) Ungefähr 500000000 t. -
2 ) Nach dem Rubelkurse vor dem Kriege 0,98—1,65 Mk. pro t.