Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bromipin 
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Bronze 
Bromipin entsteht bei Einwirkung von Chlor 
brom auf. Sesamöl als eine durch Geruch und 
Geschmack von Fetten nicht unterscheidbare 
Masse, welche aber io bzw. 33 1 / s °/o Brom 
enthält und daher mit Vorteil statt der Brom 
alkalien medizinische Anwendung findet. 
Bromkampfer (Monobromkampfer, lat. 
Camphora monobromata, frz. Bromure de cam- 
phrc, engl. Bromide of Camphor) wird durch 
Einwirkung von Brom auf Kampfer gewonnen 
und bildet lange, farblose Kristalle von starkem 
Kampfergeruch. B. wird in der Medizin zum 
innerlichen Gebrauch verwendet und dient auch 
als Gegenmittel bei Strychninvergiftungen. 
Bromoform, CHBr 3 , (Formylbromid, Tri- 
brommethan, lät. Bromoformium, frz. Bromo- 
forme, engl. Bromoform), eine dem Chloroform 
ähnliche schwere, farblose, betäubend gewürz 
haft riechende, mit Wasser nicht mischbare 
Flüssigkeit vom spez. Gew. 2,19 und dem SP. 
148°, wird zuweilen medizinisch gegen Keuch 
husten verwandt. 
Bromokoll, eine Verbindung von 200/0 Brom 
und Tannin mit etwa 30 0/0 Leim, welche durch 
Fällung einer Bromtanninlösung mit Leim ent 
steht, ist ein schwach gelbliches, geruch- und 
geschmackloses Pulver, das als Ersatz für Brom 
alkalien benutzt wird. 
Bromol, medizinischer Name für das durch 
Fällung von Phenollösung mit Brom entstehende 
Tribromphenol, das neuerdings als Antisepti 
kum empfohlen wird. 
Bromwasser, Auflösung von Brom in Wasser. 
Die gesättigte Lösung enthält 1 g Brom in 
30 Teilen Wasser. Zu medizinischen Zwecken 
wird 1 Teil Brom in 200 Teilen Wasser gelöst. 
Bromwasserstoff (Bromwasserstoffsäure, 
Hydrobromsäure, lat, Acidum hydrobromi- 
cum, frz, Acide hydrobromique, engl. Hydro- 
bromic acid), die wässerige Lösung des Brom 
wasserstoffgases (HBr) in Wasser, eine farb 
lose, an der Luft rauchende, stark sauere Flüs 
sigkeit vom spez. Gew. 1,200, findet zu chemi 
schen und medizinischen Zwecken Verwendung, 
Bronil, ein mit 10 o/ 0 Schmieröl getränktes Ge 
misch von Sand und Kreide, das als Kehrmittel 
zur Beseitigung der Staubplage empfohlen 
wurde. 
Bronze (frz. Bronze, engl. Hard brass) nannte 
man ursprünglich die älteste bekannte Metall 
legierung aus Kupfer und Zinn, die schon in 
vorgeschichtlicher Zeit (Bronzezeit) zur Her 
stellung von Waffen und Gebrauchsgegenstän 
den benutzt wurde; später wurde der Name 
auch auf Legierungen aus Kupfer, Zinn und 
anderen Metallen, besonders Zink und Blei, 
übertragen. Von der Zusammensetzung der B. 
sind ihre Eigenschaften, wie Farbe, Härte, P.o- 
liturfähigkeit, Klang, Dehnbarkeit, Festigkeit in 
hohem Grade abhängig. Die Farbe ist bei 
einem Zinngehalte von x —ioo/ 0 rot, rotbraun 
bis rotgelb, bei 15 0/0 reingelb, bei 20 o/ 0 gelblich 
weiß, geht dann durch Reinweiß bei 50—650/0 
in Grauweiß und bei noch größerem Zinngehalt 
in die Farbe des Zinns über. Durch Zusatz von 
Zink läßt sich der gelben B. ein schönerer,, 
wärmerer Ton verleihen, und die neueren Sta 
tuen enthalten daher, auch des geringeren Prei 
ses wegen, meist erhebliche Zinkmengen. Die 
Härte nimmt bis etwa 30 0/0 Zinn zu, bei höheren 
Gehalten wieder ab. B. mit 28—300/0 Zinn ist 
so hart, daß die Feile kaum angreift, auch 
zeigen diese harten Legierungen bei dichtem 
und feinkörnigem Gefüge große Politurfähig 
keit. Der Klang wird nicht nur durch Zink 
und Blei, die in gewöhnlichen Glocken und 
Klingeln vorhanden sind, sondern auch durch 
in älteren Kirchenglocken angeblich beobachte 
tes Silber ungünstig beeinflußt. B. läßt sich aus 
gezeichnet gießen, bei geringerem Zinngehalt 
auch gut dehnen und kalt mit dem Hammer be 
arbeiten, durch Eintauchen glühender Stücke in 
kaltes Wasser weicher und dehnbarer, durch 
langsames Abkühlen härter und spröder machen. 
Wegen der Vielseitigkeit ihrer Eigenschaften 
findet die B. zur Herstellung der verschieden 
artigsten Gegenstände, von den schwersten 
Glocken und Maschinenteilen bis zu den zier 
lichsten Schmucksachen und Kunstwerken, Ver 
wendung, und für jeden Zweck kann die er 
strebte Wirkung durch geeignete Wahl des Mi 
schungsverhältnisses erreicht werden. Als wich 
tigste B. seien angeführt: Glockenmetall 
(Glockenspeise) aus 78—80 o/ 0 Kupfer und 22. 
bis 200/0 Zinn; K a n o n en m e t al 1, Geschütz- 
B. aus 90—91 0/0 Kupfer, 10—90/0 Zinn. Die ähn 
lich zusammengesetzte Stahl- oder Uchatius- I 
B. (920/0 Cu, 8 0/0 Sn) hat durch hydraulischen 
Druck in kaltem Zustande eine Erhöhung der 
Elastizität, klärte und Festigkeit erfahren, die 
sie dem Stahl gleichstellt. Statuenbronze 
zeigt stark wechselnde Zusammensetzung und 
enthält meist Zink und oft auch etwas Blei; 
Spiegelmetall, eine weißliche, harte und 
sehr politurfähige B. für optische Spiegel ent 
hält viel Zinn (28—350/0) und häufig etwas 
Nickel. Münz-B. für sog. Kupfermünzen be- 1 
steht in Deutschland, Frankreich, England usw. 
aus 950/0 Kupfer, 40/0 Zinn und 1 o/ 0 Zink, Ma- i 
schinenbronze für Lager, Kolbenringe, Ven 
tile, Hähne, Pfeifen aus 80—90 o/ 0 Kupfer, 10 bis 
180/0 Zinn und meist etwas Zink, Blei oder auch 
Antimon. Phosphor-B. nennt nian nach dem 
Vorschläge von Montefiori-Levi und Künzel 
unter Zusatz von etwas Phosphor hergestellte 
B., die sich durch besondere Elastizität, Festig 
keit, Härte, Feinheit des Korns, Dünnflüssigkeit 
auszeichnet und daher zu Geschützen, Geweh 
ren, Patronenhülsen und stark beanspruchten 
Maschinenteilen viel benutzt wird. Sie enthält 
zwar bisweilen, aber nicht immer, geringe Men 
gen Phosphor, der lediglich als Reduktions 
mittel dient, ihm ähnlich wirken Mangan in 
der sehr zähen und festen Mangan-B., Si 
licium in der dehnbaren, zu Leitungsdrähten 
verwendbaren Silizium-B., während Wolf- 
ram-B. sehr zähe, hämmer- und walzbar, Alu 
minium-B. leicht schmelzbar ist. Alle diese 
letzteren B. sind kupferreich (95—970/0), wäh 
rend die namengebenden Stoffe nur in geringer 
Menge, vorhanden sind. — Hauptorte der B.- 
Gießerei sind Paris, Wien, Berlin, Frankfurt, 1 
Nürnberg, der Erzeugung von Phosphor-B. Lüt 
tich, Iserlohn, London, Pittsburg. — Besonders 
geschätzt wird die Eigenschaft echter B., sich 
unter dem Einflüsse der Luft mit einer grünen 
Oxydschicht, der Patina, zu überziehen. Die 
Versuche, diese Patina, die sich in der unreinen
	        
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