Full text : Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

.Die  Mittel  der  Sozialisierung.

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mittel  und  Verkehrsmittel  in  der  ausschließlichen  Herrschaftsgewalt  des
Staates,  in  dessen  G  e  b  i  e  t  sie  gelegen  sind.  Es  bestand  ein  unbeschränktes
Recht  der  Beherrschung  und  Nutzung  z.  B.  Englands  und  Frankreichs
an  den  Tropenprodukten  einerseits  und  Deutschlands  an  den  Kalilagern
anderseits.  Der  für  den  Bestand  jeder  politisch  anerkannten  Volkswirtschaft ­
  nötige  Anteil  an  der  Einfuhr  von  Rohstoffen  und  Lebensmittel
und  an  der  Ausfuhr  von  Arbeitskräften  und  Fabrikaten  müßten  völkerrechtlich ­
  gewährleistet  werden.  Die  im  Übermaße,  d.  h.  in  dem  die
nationalen  Bedürfnisse  überschreitenden  Maße  vorhandenen  Produktionsmittel ­
  müßten  vergesellschaftet  werden.  Das  sind  die  letzten,
in  den  hinführenden  Wegen  derzeit  noch  nicht  übersehbaren  Ziele  der
Sozialisierung.  Es  soll  im  folgenden  nur  von  den  vorläufigen,  d.  h.
bei  der  gegenwärtig  politischen  und  wirtschaftlichen  Lage  möglichen
und  ersten  Mitteln  der  Sozialisierung  gehandelt  werden.
Die  Sozialisierung  würde  zunächst  den  wirtschaftlich  starken
Teilnehmern  Beschränkungen  zugunsten  der  wirtschaftlich  schwachen
auf  erlegen.  Es  müßten  sich  jene  den  Beschränkungen  unterwerfen  müssen,
die  für  die  Lebensfähigkeit  dieser  erforderlich  sind.  Die  kräftigere  Volkswirtschaft ­
  könnte  nur  soweit  von  ihren  Machtmitteln  Gebrauch  machen,
daß  die  schwächere  Volkswirtschaft  nicht  erdrückt  und  lebensunfähig
gemacht  wird.  Derartige  Gedankengänge  haben  bereits  bei  der  Berücksichtigung ­
  des  Notstandes  der  Neutralen  im  Weltkriege  mitgewirkt.
Aber  auch  die  Berücksichtigung  des  wirtschaftlichen  Notstandes  der  im
Weltkriege  unterlegenen  Staaten  wäre  eine  Pflicht,  die  sich  aus
der  Existenzberechtigung  und  materiellen  Gleichheit  aller  politisch  anerkannten ­
  Volkswirtschaften  ergibt.  Dabei  kann  nicht  unbeachtet  bleiben,
daß  auch  die  siegreichen  Mächte  des  Weltkrieges  ein  lebhaftes  Interesse
an  dem  Bestand  und  an  der  Entwicklung  der  unterlegenen  Volkswirtschaften ­
  haben  müssen,  wenn  diese  zur  Entrichtung  der  ihnen  auferlegten
Entschädigung  imstande  sein  sollen  und  in  der  ihnen  durch  die
Friedensverträge  auferlegten  politischen  Individualität  bestehen ­
  sollen.
2.  Die  Mittel  der  Sozialisierung,
a)  Die  Gewährleistung  der  wirtschaftlichen  Lebensfähigkeit.
Auszugehen  ist  von  der  Erfahrungstatsache,  daß  keine  der  nationalen
Volkswirtschaften  eine  vollständige  Autarkie  erreichen  kann,  daß
aber  auch  eine  annähernde  Autarkie  nur  für  die  allergrößten  Wirtschaftskonzerne, ­
  wie  England  mit  seinen  Kolonien  und  die  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  vorübergehend  erreichbar  ist.  Daraus  ergibt  sich  für
die  internationale  Regelung,  daß  die  Abhängigkeit  jeder  Volkswirtschaft
von  der  Weltwirtschaft  hingenommen  werden  muß.  Für  die  weitaus
überwiegende  Mehrzahl  der  Volkswirtschaften  ist  nicht  die  Rückkehr  zur
Lenz,  Der  Wirtschaftskampf  der  Völker  und  seine  internationale  Regelung.
            
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